Hamburg Towers bauen Frauenteam auf

Bild: Andreas Grieß
auchbeimopo, Hamburg Towers

Die Hamburg Towers, das war bislang – abgesehen von den Cheerleadern – eine reine Männer-Veranstaltung. Doch vor wenigen Tagen ließ ein Facebook-Post aufhorchen. Zu einem Foto mit immerhin 14 Frauen heißt es darin: „Wer hat Lust, diese Mädels zu trainieren? Wir suchen einen erfahrenen Trainer, um den Damenbereich aufzubauen.“ Ich habe bei den Towers nachgefragt, welche Pläne sie für den Frauen-Basketball haben.

Seit der Saison 2014/15 spielen die Basketballer der Hamburg Towers in der Zweiten Bundesliga. Der Traum vom Aufstieg in die höchste Spielklasse hat sich seitdem nicht erfüllt. Auch wenn der zuletzt als Ziel ausgegeben wurde, verlief die aktuelle Spielzeit eher durchwachsen. Doch während man den Profis nach Tabellenplatz 9 im Vorjahr bei Rang 10 in diesem Jahr und dem damit erneuten Verpassen der Playoffs Stillstand vorwerfen kann, geht es in der Breite bei den Towers voran. Seit 2016 gibt es den Hamburg Towers e.V., der ergänzend zu den Nachwuchsteams der Piraten Hamburg, die ebenfalls zu den Towers gehören, Breitensport und Jugendarbeit anbietet. Zwei Herren- und mehrere U-Teams bis hin zur U9 präsentiert der Verein auf seiner Website. Und wer in die Übersicht der Trainingszeiten blickt, findet zudem Slots für „Mädchen“ und „Damen“. Das soll nun mehr werden.

In der kommenden Spielzeit wollen die Hamburg Towers zwei weibliche Jugendteams und eine Damenmannschaft für den Spielbetrieb anmelden, erfahre ich aus dem Verein. Die Teams in der weiblichen U12 und U16, für die es bereits Trainer gibt, werden dabei in der untersten Spielklasse Hamburgs einsteigen. Bei den Frauen zieht der Verein einen höheren Start zumindest in Betracht. „Gegebenenfalls werden wir eine Regionalliga-Lizenz beantragen“, verrät mir Oliver Eckardt. Ob die Erlaubnis für die vierthöchste Spielklasse zugesprochen würde, hängt auch davon ab, wieviele andere Teams im norddeutschen Raum Teams melden. Alternativ steht auch hier der Start in der Bezirksliga, drei Klassen tiefer, im Raum.

Der Verein hat es hier nicht eilig und baut auf einen nachhaltigen Aufbau. Es gehe vor allem auch darum, Mädchen aus dem Stadtteil für Basketball zu begeistern und durch Basketball Werte zu vermitteln. Für ein Frauen-Team in der Bundesliga hätte man grundsätzlich zwar die Rahmenbedingungen, es gehe aktuell aber erst einmal darum, Frauenbasketball am Standort Wilhelmsburg zu entwickeln. „Wir schließen ein Frauen-Bundesliga-Team nicht aus, legen aber aktuell keinen Fokus darauf“, so Oliver Eckardt. Profispielerinnen wolle man zur Zeit nicht verpflichten. Die ersten Spielerinnen, einige von ihnen Anfängerinnen, andere mit Erfahrung aus höheren Ligen, kamen von sich aus auf die Towers zu. Nun gehe es darum, weitere Sportlerinnen anzuziehen, um künftig mehr als nur drei Teams stellen zu können. Daraus dürfe dann später gerne auch Ambitionierteres entstehen.

Für den neuen Trainer oder die neue Trainerin gilt es also, viel Entwicklungsarbeit zu leisten. Doch das scheint nicht abzuschrecken: Erste Kandidaten haben sich bereits bei den Hamburg Towers gemeldet.

Disclaimer: Der Autor ist Fördermitglied bei den Hamburg Towers.

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Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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