Sieg und Niederlage

Bild: (c) Inga Zimmermann
Wochenrückblicke

Es hatte ja einige Zeit lang Tradition, zu Beginn des Wochenrückblicks über das schlechte Wetter in unserer Stadt zu schimpfen. Der Witz wurde irgendwann alt. Aber ganz ehrlich, wir müssen ihn mal wieder aus der Mottenkiste holen: Was ist denn das aktuell für ein Rotz? Soll das Sommer sein? Regen, Regen und noch mehr Regen. Ein Grill lohnt sich in dieser Saison nicht. Der Verkauf von Sonnencreme verspricht auch nicht zwingend, einen reich zu machen.

Aber kommen wir zu den Ereignissen der Woche: Diesen Sonntag war es endlich soweit. Nach vielen Vorberichten, Planungen und bei vielen auch nach einer ganzen Menge Vorfreude fand in Hamburg der erste Iron Man statt. 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und am Ende noch ein Marathon – das dauert eine Weile. Selbst beim Sieger vergingen gut 8 Stunden, bis der Wettkampf ein Ende fand. Nach genau 8 Stunden und 36 Sekunden kam der Südafrikaner James Cunnama ins Ziel. Platz zwei und drei gingen an Deutsche: den Darmstädter Horst Reichel und den Koblenzer Markus Fachbach. Insgesamt hatten mehr als 2500 Personen für den Wettbewerb gemeldet.

Ebenfalls Premiere feierte ein weiteres Sport-Event: die Nacht der Zehner. Am Freitag fanden im Stadion im Hammer Park fünf Zeitläufe über 10.000 Meter auf der Bahn statt. Während die 10 Kilometer als Straßenlauf viele Teilnehmer locken und es fast jedes Wochenende einen Wettkampf zu finden gibt, ist die längste Stadion-Distanz der Leichtathletik etwas in Vergessenheit geraten. Dass das nicht so bleiben muss, zeigte sich bei spannenden Rennen am Freitag. Im Eliterennen gab es gar ein Fotofinish. Außerdem wurden viele schnelle Zeiten gelaufen: Bei den Frauen war Lisa Heimann in 34:34,92 Minuten die Schnellste. Nur fünf deutsche Frauen waren dieses Jahr bereits schneller, drei von ihnen liefen ihre Zeit dabei im Ausland. Bei den Männern kamen Yannick Stubbe und Christian Schreiner in 30:28,20 Minuten beziehungsweise 30:28,40 Minuten als erste über die Ziellinie.

Und ja, liebe HSV-Fans, wir müssen auf ein weiteres Sport-Ereignis zu sprechen kommen. Am Wochenende startete nämlich auch der HSV in die neue Saison, genauer: in die erste Runde des DFB-Pokals. Mehr Runden werden es dieses Jahr auch nicht werden, denn der HSV unterlag beim Drittligisten VfL Osnabrück mit 3:1. Ab der 18. Minute spielte der Gastgeber dabei sogar nur zu zehnt, nachdem Appiah eine Rote Karte gezeigt bekam. Für den HSV geht die Saison also einmal mehr im Krisenmodus los.

Als Hamburger Pokalsieger war dieses Jahr erneut auch Eintracht Norderstedt in der ersten Runde dabei. Lange schnupperte die Eintracht an einer Sensation, letztlich unterlag sie zuhause dem VfL Wolfsburg jedoch mit 0:1. Der FC St. Pauli ist somit der letzte Kandidat für die Runde zwei. Am Montag spielt der Zweitligist in Paderborn.

Nach all dem Sport blicken wir zum Abschluss noch auf ein politisches Thema. Viele solche gibt es aktuell nicht, der Wahlkampf fällt ja wegen der Ferien weitestgehend aus. Was bleibt, ist dann auch nicht wirklich ein Wahlkampfthema. Oder besser: Sollte nicht als solches missbraucht werden. Die Rede ist von der Messerattacke in Barmbek. Zu der gab es diese Woche eine Sondersitzung des Innenausschusses des Parlaments. Dabei gestand Polizeipräsident Ralf Martin Meyer, dass die Behörden im Vorfeld der Attacke Fehler gemacht hätten. Gleichsam spreche ihm zufolge nicht viel dafür, dass die Tat hätte verhindert werden können, wenn anders gehandelt worden wäre.

Tatsächlich berichteten NDR, WDR und SZ, dass der Angreifer sich erst kurz vor der Tat zu dieser entschlossen habe. Zum IS bekannte er sich ausdrücklich nicht. Dem Bericht zufolge plante der Angreifer zunächst, mit einem PKW oder gar LKW eine Attacke durchzuführen, entschied sich dann spontan jedoch für den Messerangriff.

Die Fragen nach dem Warum bleiben fürs erste. Wir wünschen euch in jeden Fall eine friedliche und sommerliche, neue Woche.

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Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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