Wie die Hamburg Towers die Operation Aufstieg angehen wollen

Bilder: Andreas Grieß
Hamburg Towers

Ende September startet die neue Saison in der Zweiten Basketball-Bundesliga und damit die vierte Saison der Hamburg Towers. Nachdem der Verein aus Wilhelmsburg in den ersten beiden Spielzeiten stets in die erste Runde der Playoffs gelang, war vergangene Saison bereits nach der regulären Saison Schluss. Doch nun soll ein großer Schritt nach vorne gemacht werden, so die mutige Ansage der Verantwortlichen, die als Ziel einen Tabellenplatz unter den ersten vier Teams ausgegeben haben. Das würde bedeuten: Heimrecht in Playoff-Runde Nummer eins und damit gute Chancen auf eine Teilnahme an den Aufstiegs-Spielen. Und das Wort Aufstieg nimmt man in Wilhelmsburg mittlerweile auch etwas mutiger in den Mund. Nicht zwingend für die kommende Saison – aber auf Erstliga-Basketball sollen die Hamburger nicht mehr lange warten müssen, was wohl auch nötig ist, um Talente und Sponsoren zu binden.

Dafür wollen die Hamburg Towers nun auch mehr in den Kader investieren, was dank breiterer Sponsorenbasis möglich ist. Vor allem auf Kontinuität will das Team um Trainer Hamed Attarbashi und den sportlichen Leiter, Marvin Willoughby, setzen. Anders als in der vergangenen Spielzeit, als fast der gesamte Kader ausgetauscht werden musste, konnten die Hamburg Towers bislang bereits mit den meisten Spielern der Vorsaison den Vertrag verlängern.

Anthony Canty wird weiter das Towers-Spiel lenken

Hier ist vor allem die Vertragsverlängerung mit Point Guard Anthony Canty zu nennen, die wohl die wenigsten Beobachter erwartet haben. Canty war in der vergangenen Spielzeit einer der, wenn nicht der beste Aufbauspieler der Zweiten Liga und hätte sicher auch einen Erstliga-Verein finden können. Dass gerade auf dieser Schlüsselposition kein Umbau stattfinden muss – das war ein Zeichen, das die Towers früh gesendet haben. Mit Rene Kindzeka bleibt ein weiterer Point Guard bei den Towers. Der junge Spieler aus der eigenen Jugend hat in der vergangenen Spielzeit bereits mehrfach bewiesen, dass er mittlerweile eine klare Verstärkung für das Team ist.

Kapitän Robert Ferguson verlässt die Towers

Auch unter dem Korb können die Towers auf Kontinuität setzen: Die Center Enosch Wolf, Justin Raffington und Stefan Schmidt bleiben im Team. Schmidt fehlte die gesamte vergangene Saison verletzungsbedingt und wird daher fast wie ein Neuzugang anzusehen sein. Mit Shooting Guard Lars Kamp und Forward Marius Behr meldeten die Towers zwei weitere Vertragsverlängerungen, so dass aktuell mindestens sieben Spieler der vergangenen Saison erneut unter Vertrag stehen. Noch unbekannt ist die Zukunft der Forwards Marc Liyanage, Cornelius Adler und Moritz Hübner.

Sicher den Verein verlassen werden die Pointguards Roderick Camphor, der einige herausragende Spiele zeigte, und Mario Blessing, der bislang nicht zu seiner alten Form zurückgefunden hat. Er spielt kommende Saison beim Kooperationspartner Rist Wedel. Center Leon Bahner wechselt zu den Artland Dragons, Shooting Guard Deandre Lansdowne verlässt Hamburg mit bislang unbekannten Ziel. Nach drei Spielzeiten wird auch Robert Ferguson, der bisherige Kapitän und Teil der ersten Towers-Mannschaft überhaupt, nicht mehr für Hamburg auflaufen.

Williams kommt zurück, doch es fehlen weitere Forwards

Zweieinhalb Neuzugänge sind derweil bereits bekannt. Der Kroate Hrvoje Kovacevic kommt aus Heidelberg und wird wohl vor allem die Planstelle von Roderick Camphor einnehmen. Nach einem Jahr in Kirchheim kommt zudem Jonathon Williams zu den Towers zurück. Schon im vergangenen Jahr wollten die Towers den Forward gerne in den eigenen Reihen halten. Spieler und Verein fanden in den Vertragsverhandlungen aber nicht zueinander. Als halber Neuzugang darf Jugendspieler Osaro Jürgen Rich Igbineweka gewertet werden, der von den Piraten Hamburg hochgezogen wird und seinen ersten Profivertrag erhält. Wie Marius Behr ist er mit einer Doppellizenz ausgestattet und wird auch oder wohl überwiegend für Wedel spielen.

Jonathon Williams geht wieder für die Hamburg Towers auf Korbjagd

Insgesamt zehn Spieler umfasst der Towers-Kader für die kommende Spielzeit aktuell somit derzeit. Die Guard- und Center-Positionen sind bereits gut bestückt, bei den Forwards wird sich sicherlich noch etwas tun, wobei hier auch Enosch Wolf zum Einsatz kommen wird. Spannend ist, ob aus dem Trio Liyanage, Adler und Hübner noch jemand an Bord bleibt. Neue Amerikaner stoßen erfahrungsgemäß erst gegen Ende der Saisonpause zum Kader, so dass zu erwarten ist, dass ein oder vielleicht zwei Spieler aus dieser Kategorie noch als Neuzugänge bekannt gegeben werden.

Trainingsauftakt am 1. August

Davon wird auch abhängen, inwiefern der Kader qualitativ stärker sein wird als im Vorjahr. Ein Qualitätsverlust ist aktuell keineswegs festzustellen. Da das Team im Kern zusammen bleibt, sollte es stärker auftreten können, als im Vorjahr. Da entsprach der Tabellenplatz ohnehin nicht dem wahren Leistungsvermögen, wurden die Towers doch durch viel Verletzungspech immer wieder aus der Bahn geworfen.

Noch rund eineinhalb Wochen sind es, bis der Trainingsauftakt am 1 August ansteht. Bis zum ersten Ligaspiel am 23. September in Hanau spielen die Towers neben einigen nicht-öffentlichen Testspielen drei öffentliche Vorbereitungspartien. Das erste davon bestreiten sie am Freitag, 18. August beim dänischen Meister, den Bakken Bears aus Aahus. Gut zwei Wochen später, am Samstag, 2. September, empfangen die Towers zuhause den Erstliga-Aufsteiger Oettinger Rockets aus Gothal. In Göttingen steht am Sonntag, 10. September, gegen das dortige Erstliga-Team der letzte öffentliche Test an. Das erste Heimspiel der neuen Saison steigt am Samstag, 30. September um 19:30 Uhr gegen die Uni Baskets Paderborn.

Update:
Nur wenige Minuten nach der Veröffentlichung dieses Artikels haben die Hamburg Towers tatsächlich die Verpflichtung eines US-Forwards bekannt gegeben: Der 29-jährige Gregory Mark Logins Jr. wird neu zum Team stoßen. In Deutschland spielte er in der Saison 2015/16 in Chemnitz in der ProA. Ansonsten spielte er in den vergangenen Jahren in Mexiko, Marokko, Finnland, Israel und Argentinien – oftmals jedoch nur kurze Zeit lang.

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Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten.
Twitter: @youdazandreasgriess.de
Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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