Vielleicht kann Hamburg es ganz langsam wieder erlernen

Bild: Judyta Smykowski
Wochenrückblicke

Bei uns bei Elbmelancholie gibt es eine kleine Tradition. Am Tag nach dem Eurovision Song Contest schmücken wir den Wochenrückblick mit Zitaten aus dem Siegersong. Das ging bei „Heros“ ja noch ganz gut, aber letztes Jahr war „1944“ in dieser Hinsicht schon eine Herausforderung. Und nun? Der Siegersong „Amar pelos dois“, so schön er auch sein mag, ist auch nicht wirklich für Zitatediebstahl geschaffen. Und dann besteht der Text auch noch aus lediglich 78 Wörtern. Nun sei es drum, meine Liebste, erhöre meine Gebete (Meu bem / Ouve as minhas preces).

Das werden sich auch die HSV-Fans am Samstag gedacht haben. Und vielleicht wurden da ja tatsächlich Gebete erhört. Nachdem es zwischenzeitlich so aussah, als hätte der HSV die Relegation dieses Mal bereits am 33. Spieltag gebucht, ohne einen Plan zu schmieden, was danach kommen wird (Sem fazer planos / Do que virá depois) gibt es dank des Last-Minute-Treffers von Lasogga und der Nicht-Anerkennung des postwendenden Schalke-Tors nun kommende Woche ein Endspiel im Volkspark. Hamburg gegen Wolfsburg – der Verlierer hat dann zwei weitere Endspiele in Form der Relegation, voraussichtlich gegen braunschweig, das heute gegen Bielefeld baden ging.

Großen Andrang gibt es im Spätsommer im Stadtpark. Nachdem im Juli ja bereits G20-Gegner die große Festwiese für ein Protestcamp nutzen wollen, dient der Ort am 9. September als Bühne für ein Mega-Konzert der Rolling Stones. Insgesamt sollen 80.000 Fans kommen. Der Vorverkauf startete diese Woche. Um das Gelände sollen zum Konzert 10 Kilometer Zaun verbaut werden. Zum Schutz des Rasens werden Kunststoffplatten verlegt. Der Aufbau der großen Bühne wird eine Woche dauern. Kurzum: Dieses Jahr fällt der Stadtpark für die meisten Hamburger zum Grillen und Sonnen wohl weitestgehend aus.

Ich weiß, dass man nicht alleine liebt (Eu sei /Que não se ama sozinho) aber dennoch tragen die Großereignisse in Hamburg zunehmend seltsame Früchte, insbesondere die, die nicht für jedermann zugänglich sind. Auch im Hafen kündigt sich derweil etwas Großes an und auch hier geht das nicht ohne kritische Töne. Am Montag soll die MOL Triumph in den Hafen einlaufen. Sie ist dann das größte Schiff, das bislang in Hamburg festgemacht hat. Das Schiff kann aber wie auch andere Supertransporter zuvor nicht vollbeladen nach Hamburg fahren, da die Elbe nicht tief genug ist. Zugleich ist das Schiff zu hoch, um unter der Köhlbrandbrücke hindurchzukommen. Das Schiff legt daher nicht in Altenwerder an, sondern am Burchardkai.

Vom Wasser aufs Rad, genauer aufs Fahrrad. Da gab es für Fans diese Woche auch jede Menge. Während die Fixed Days unter anderem mit einigen Wettkämpfen aufwarten konnten, fand zeitgleich auch das Fahrradfestival VELO statt. Hier gab es vor allem messeartiges.

Ich will, dass du zurückkommen und dass du mich wiederhaben willst (Peço que regresses / Que me voltes a querer) haben sich sicher viele im Hinblick auf den Frühling gedacht. Nach vielen Tagen des Mistwetters, wurde es diese Woche endlich wieder schön. Hoffen wir, dass es so bleibt. Wir wünschen euch jedenfalls einen guten Start in die Woche. Wenn jemand eines Tages nach mir fragt, sag, dass ich lebte, um dich zu lieben (Se um dia alguém / Perguntar por mim / Diz que vivi / Para te amar)

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Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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