Themen der Woche: Europawoche in Hamburg, 1.Mai und Vorbereitungen auf G20

Bild: Inga Zimmermann
Wochenrückblicke

Die zurückliegende Woche startete mit dem 1.Mai, dem Maifeiertag oder auch Tag der Arbeit genannt. Die diesjährige 1.Mai-Demonstration im Schanzenviertel stand unter dem Zeichen des baldigen G20-Gipfels. Wir berichteten in anderen Wochenrückblicken von der großen Sorge der Hamburger Sicherheitsbehörden, dass diese Demonstration als Übung für mögliche Proteste während des politischen Großtreffens dienen könnte. Etwa 2100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zogen durch die Stadt, begleitet von 2100 Polizisten. Der Tag verlief eher friedlich; bundesweit machten vielmehr die Proteste in der Hauptstadt auf sich aufmerksam.

Protest-abwehr-bereit scheinen die Hamburger Sicherheitsbehörden für den G20-Gipfel zu sein, die Hamburger Sozialbehörde scheint da etwas übersehen zu haben: die Unterbringung für die vielen Obdachlosen, die ihre Schlafplätze und Unterkünfte innerhalb der Sicherheitszone wohl räumen müssen. Hinz&Kunzt und das Diakonische Werk Hamburg wiesen am vergangenen Dienstag deutlich auf diesen Missstand hin. Nachdem zunächst Aussagen ähnlich wie „Suchen Sie sich rechtzeitig einen Schlafplatz in einem anderem Stadtteil“ getroffen wurde, wurde Ende der Woche wieder etwas zurück gerudert. Der Zugang zu den Einrichtungen soll so in das Sicherheitskonzept mit einbezogen werden.

Weitere Vorbereitungen für den G20-Gipfel betrafen die Pläne für die Protestkundgebung unter dem Motto „Grenzenlose Solidarität statt G20“ am 8. Juli. Diese kann laut Veranstalter für die erwartete hohe Teilnehmerzahl von bis zu 150.000 Personen nur auf dem Heiligengeistfeld stattfinden, dies ist der Polizei jedoch zu nah an dem Veranstaltungsgelände auf den Messehallen.

G20 war nicht das alleinige Thema der Woche, welches weiterdiskutiert wurde. Wie im Verkehrsministertreffen in der letzten Woche, wurde nun auch im Masterplan gegen schlechte Lust kein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge ausgesprochen. Vielmehr spricht der Umweltsenator unserer Stadt von möglichen Durchfahrtsbeschränkungen z.B. in der Max-Brauer-Allee und einer weiteren Fokussierung auf Fahrräder und abgasarme Busse.

Nostalgisches

Nostalgisches Erinnern an einen Brand, nostalgisches Erinnern an den bisherigen Betreiber des Stadtpark-Biergartens? Die Bäderland Hamburg GmbH nannte in dieser Woche den neuen Pächter des Biergartens am Stadtparksee, bislang als Schumacher´s Biergarten bekannt. Die bisherige Miete sollte laut auf 20% vom Bruttoumsatz erhöht werden, weswegen es zu einer Kündigung des Mietverhältnisses  Ende 2016 kam. Während der Noch-Pächter den Biergarten noch nicht verlassen bzw. wie einigerorts betitelt wird: „besetzt hält“, plant der ursprüngliche Bremer Marc Altenburger den neuen Gastronomiebetrieb. So soll ein ähnliches Angebot wie bei seinem Burger-Food-Truck „MeatWagen“ oder aber seinem „Herzblut St. Pauli“ geschaffen werden, teils Servicekräfte auch am Tisch bedienen, eine Bestuhlung soll einige Bierbänke ersetzen und auch Vierbeiner dürfen Gäste sein.

Und sonst so?

Die Europawoche startete in dieser Woche. Der Starttag, der 5.Mai, ist zugleich der Gründungstag des Europarates. Die Europawoche ist verbunden mit zahlreichen Veranstaltungen, u.a. auch die bekannte Pulse-of-Europe-Kundgebung auf dem Hamburger Rathausplatz in der Hansestadt und endet am 14.Mai. Nach einem Großbrand wurde mit dem Neuaufbau die Hamburger Infrastruktur, wie wir sie heute zum Beispiel dem Rathausmarkt nahe der Binnenalster kennen, geprägt. Am 5.Mai, letzten Freitag, gedachten einige Hamburger dem Großbrand, welcher vor genau 175 Jahren in Hamburg wütete. Damals starben mehrere Hamburger und Hamburgerinnen, doch noch viele mehr verloren ihr Zuhause.

Natürlich dürfen Sportnachrichten in unserem Wochenrückblick nicht fehlen: Der HSV spielte gegen die Fußballer aus Mainz mit 0:0 unentschieden. In der zweiten Bundesliga gewann der FC St. Pauli mit 2:1 gegen des FC Kaiserslautern. Der Hamburger Tennisprofi Alexander Zverev gewann das ATP-Turnier in München in zwei Sätzen gegen den Argentiner Guido Pella.

Weitere Themen der Woche waren ein Brand an der Köhlbrandbrücke, ein Unfall eines Lastwagens mit Schweinehälften auf der A7 und eine Polizei-Razzia auf der Herbertstraße am Freitagabend. Unsere Bundeskanzlerin nannte den Hamburger Hafen „Leuchtturm des Freihandels“, was der Hamburger Seele schmeichelt, und in unserem Nachbar-Bundesland Schleswig-Holstein gewann die CDU die Landtagswahl, die SPD gilt als Verlierer.

Ach ja, und dann war da noch der Hafengeburtstag an diesem Wochenende. Es mag bestimmt niemandem entgangen sein, schon Wochen vorher war er unübersehbar angekündigt worden – und er brachte jetzt sehr viele Touristen, Schiffe und Verkehrsänderungen mit sich. Eine Frau fiel während eines Selfies mit dem Hafenpanorama am Samstagnachmittag in die Elbe, konnte jedoch schnell gerettet werden. Des Weiteren berichtete dasselbige Boulevardblatt von einer Protestaktion des Bündnisses „Bildung gegen Bundeswehr“, die gegen das öffentliche Werben, u.a. um Rekruten, durch das Bundeswehrschiff „Bonn“ während des Hafengeburtstages eintraten.

Nun wünschen wir einen guten Start in die neue Woche!

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Über

“Wenn Deutschland, dann Hamburg.” Am liebsten zumindest. Auch wenn es gerade nicht Deutschland ist, Hamburg ist das Zuhause im Herzen. Hier bei Elbmelancholie kann Inga über ihre Erlebnisse in der Hansestadt Hamburg und Gedanken zu den hiesigen Geschehnissen berichten. Stellvertretende Redaktionsleiterin von Elbmelancholie

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