Hamburg Towers ziehen ein mutiges Saisonfazit

Bild: Andreas Grieß
Hamburg Towers

Am Mittwochabend gewann der Mitteldeutsche Basketball-Club sein drittes Play-Off gegen Köln und zog damit als erstes ProA-Team in das Play-Off-Halbfinale ein, in dem es um den Aufstieg geht. Nur ganz knapp verfehlten die Hamburg Towers am Ende der regulären Saison erstmals in ihrer Vereinsgeschichte das Play-Off-Ticket, das letztlich Köln ergattern konnte. Keine Frage: Vermutlich wären auch die Towers am starken MBC gescheitert, den es zurück ins Basketball-Oberhaus zieht.

Doch da wollen auch die Hamburg Towers in absehbarer Zeit endlich hin. Das Ziel erste Liga ist bereits seit der Gründung der Hamburg Towers ausgegeben. Bisher stimmten jedoch die Voraussetzungen nicht, ist immer wieder zu hören. Die Infrastruktur und vor allem die finanziellen Möglichkeiten müssten aufgestockt werden. Zeitgleich läuft die Sponsorenakquise bei einem Erstligateam sicher besser, als für eine Mannschaft in der zweiten Spielklasse. Und so verwundert es nicht, dass – wohl auch ein wenig um die Unterstützer und Fans bei Laune zu halten – nach der bisher schwächsten Towers-Saison verbal auf Angriff geschaltet wird.

„In der nächsten Spielzeit wollen wir am Ende unter den besten vier Mannschaften der ProA stehen“, gab der sportliche Leiter, Marvin Willoughby, vor kurzem im Abendblatt das Ziel für die nächste Saison aus. Und auch wie es danach weitergehen soll, klingt ambitioniert: „Unser mittelfristiges Ziel bleibt, sich unter den besten acht Mannschaften der Ersten Liga zu etablieren. Da wollen wir hin, nicht irgendwann, sondern in den nächsten drei, vier Jahren.“

Gelingen soll dies unter anderem durch einen höheren Spieleretat. Mit dem sollen zunächst die Leistungsträger der aktuellen Saison gehalten werden, allen voran Point Guard Anthony Canty, der auch das Interesse von Erstligisten auf sich gezogen hat. „Wir sind nun dazu in der Lage, ein paar Euro mehr zu bezahlen. Ich hoffe, dass solche Spieler dann gemeinsam mit uns den Weg in die Bundesliga gehen wollen“, sagt Marvin Willoughby der Welt.

Im vergangenen Jahr mussten die Towers auf der Point-Guard-Position bereits Bazoumana Koné abgeben, was angesichts der starken Saison von Canty kein allzu großes Loch klaffen ließ, zumal mit René Kindzeka ein Nachwuchsspieler ebenfalls viele Akzente setze. Insgesamt verließen vergangenen Sommer jedoch neun Spieler die Towers, darunter auch viele, die der Verein gerne gehalten hätte. Das soll nicht wieder vorkommen: „Wir sprechen natürlich zuallererst mit den Spielern, die wir gerne halten wollen und die sich vorstellen können hier zu bleiben. In diesem Zusammenhang kann ich bereits verraten, dass der Großteil der Mannschaft sehr gerne auch im nächsten Jahr in Hamburg spielen möchte und wir auch mit vielen Spielern in guten Gesprächen sind“, zitieren die Towers ihren Trainer Hamed Attarbashi auf ihrer Website.

Ob die Etaterhöhung und die offensive Zielvorgabe dafür reichen, muss sich zeigen. Der aktuell in den Kinos laufende Dokumentarfilm „Starting 5“, der die Towers in ihrer zweiten Saison begleitet, gibt Einblicke in die schwierigen Vertragsverhandlungen nach der Spielzeit 2015/16, als letztlich besagte neun Spieler nicht wieder zu den Towers zurückkehrten. Darunter auch die Jugendspieler Louis Olinde und Lennart Larysz, die als zwei der Protagonisten im Film vorkommen. Eines ihrer Motive für einen Wechsel ist es letztlich, dass Hamburg noch nicht in der Ersten Liga spielt. Im Film sagt Marvin Willoughby auch, dass der Sprung in die erste Liga wohl nur noch zwei Jahre dauere. Das war vor etwas über einem Jahr.

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Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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