Hamburg – was kosten deine Museen?

Bild: Inga Zimmermann
Swutsch

Am 22. April findet einmal mehr die „Lange Nacht der Museen“ statt. Insgesamt 54 Museen verschiedener Größe öffnen ihre Türen, darunter die Deichtorhallen, das Museeum für Völkerkunde und das Maritime Museum, aber zum Beispiel auch das HSV-Museum. Unter dem Motto „Wir präsentieren Stars & Sternchen“ gibt es zudem rund 800 Veranstaltungen wie besondere Führungen (auch in Fremdsprachen), szenischen Lesungen und technischen Darbietungen, Mitmachaktionen, Tanz- und Theater-Performances und auch Live-Musik. In der Karte für regulär 15 Euro sind zudem Busshuttle und Schiffsverbindungen inbegriffen, sowie freie Fahrt in allen regulären HVV-Linien.

Dieser Samstag ist ein besonderes Event und dient der Stadt auch als Showcase für ihre Kulturstätten. Die haben freilich auch den Rest des Jahres geöffnet und wollen Besucher anlocken. Doch nicht nur das, sie müssen sich auch irgendwie finanzieren. Bedeutet: Für so wenig Geld wie in der Langen Nacht der Museen kommt man als Besucher für gewöhnlich nicht in Hamburgs Ausstellungen. Der Bürgerschafts-Abgeordnete Norbert Hackbusch von der Linken hat sich Anfang März genauer mit den Kosten der Museen in Hamburg beschäftigt und fragte den Senat in einer Kleinen Anfrage: „Warum steigen die Eintrittspreise der Hamburger Museen?“

In der Senatsantwort sind die Eintrittspreise öffentlicher Museen seit 2011 aufgeführt. Dabei fällt auf, dass 2014 die letzte große Preiserhöhung stattfand, bei der unter anderem das Museum für Völkerkunde, das für Hamburgische Geschichte, das Altonaer Museum und das Museum der Arbeit ihre Ticketpreise angehoben haben. Davor waren die Preise seit 2011 weitestgehend stabil. Das Museum für Kunst und Gewerbe hatte seine Gebühren bereits 2013 erhöht. Seit 2014 blieben die meisten Preise wieder stabil, doch Mitte 2016 oder zum Jahresstart 2017 wurde bei den eben genannten Museen wieder an der Preisschraube gedreht. Das Museum für Hamburgische Geschichte erhöhte seinen Eintritt zum Beispiel von 9 Euro auf 9,50 Euro, das Altonaer Museum von 7,50 Euro auf 8,50 Euro. Die prozentual größte Erhöhung hab es beim Hafenmuseum, das von 5,50 Euro auf 6,50 Euro erhöhte – den ermäßigten Preis jedoch nur um 30 Cent anhob.

„Die Eintrittspreise der Hamburger Museumsstiftungen liegen im Vergleich mit denen anderer Häuser in deutschen Großstädten innerhalb des Durchschnitts“, heißt es in der Senatsantwort, in der ferner auf den freien Eintritt für Personen unter 18 Jahren sowie weitere Ermäßigungen hingewiesen wird. Zu den Preiserhöhungen heißt es: „Die Kalkulation der neuen Eintrittspreise ergibt sich in allen Häusern aus der Berücksichtigung allgemein gestiegener Kosten, insbesondere den gestiegenen Betriebs- und Personalkosten.“ Auch sei kein direkter Zusammenhang zwischen angehobenen Eintrittspreisen und rückläufigen Besucherzahlen zu erkennen.

Übrigens machen die Eintrittsgelder für die Museen nur einen geringen Anteil in der Kostendeckung aus. Laut Senat liegt erbei der Kunsthalle mit 14 Prozent noch am höchsten. Ähnlich ist es beim Museum für Kunst und Gewerbe mit 12 Prozent. Die historischen Museen decken ihre Kosten nur zu 5 Prozent mit Eintrittsgeldern, das Museum für Völkerkunde zu 4 Prozent und beim Archäologisches Museum Hamburg sind es gerade einmal 1,8 Prozent.

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Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

1 Kommentar

  1. In Kanada gibt es jeden Monat einen Tag, an dem der Eintritt in die Museen frei ist. Das finde ich vorbildlich. Museen sind sehr wichtig und sollten nicht über Eintrittsgelder refinanziert werden, was sie ja nicht tun, wie du darlegst. Schönes Wochenende

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