HSV Hamburg siegt in Spiel eins unter Torsten Jansen

Bilder: Andreas Grieß
HSV Hamburg

    Unter der Regie von Interimscoach Torsten Jansen siegt der Handball Sportverein Hamburg mit 37:34 gegen den Tabellenführer der dritten Liga, den TSV Altenholz. Damit rückt der HSV zumindest vorrübergehend wieder bis auf einen Sieg an den Tabellenplatz zwei heran.

    Als ob das Spitzenspiel nicht bereits genug Spannung versprach, brachte der HSV unter der Woche noch mehr Spannung in das Spiel. Am Mittwochabend meldete der Verein, dass er sich von Trainer Jens Häusler trenne. „In der Mannschaft haben wir einen Vertrauensverlust gegenüber dem Trainer festgestellt und sahen uns, auch nach intensiven Gesprächen mit Jens Häusler, zum Handeln verpflichtet“, ließ sich Präsident Marc Evermann zitieren. Fünf Jahre war Häusler, der mit seiner offenen und zugleich kritischen Art bei den Fans beliebt war, für den HSV tätig und war eines der Gesichter des Neuanfangs. Ein altbekanntes Gesicht soll ihn nun zunächst vertreten. Ex-Weltmeister Torsten Jansen, eigentlich Jugendtrainer beim HSV, wird das Team bis zum Ende der Saison führen. Zumindest bei den Fans kann der Verein mit ihm nichts falsch machen, ist „Toto“ doch ein absoluter Publikumsliebling. Anfang der Saison spielte er aushilfsweise noch selbst mit. Mitte Dezember vertrat er schon einmal Jens Häusler an der Seitenlinie, der damals krankheisbedingt ausfiel.

    Gebannt erwarteten die Fans also, wie der HSV sein erstes Spiel vom Rest der Saison angehen würde, nachdem es auswärts zuletzt zwei Niederlagen gab.Und die Stimmung in auf den Rängen war entschlossen. Der Trainerwechsel scheint tatsächlich Kräfte gelöst zu haben. Und das auch auf dem Feld: Stefan Schröder bringt den HSV nach wenigen Sekunden mit dem ersten Tor des Spiels in Führung. Die Gäste gleichen im Gegenzug aus, doch wieder gelingt dem HSV die Führung. Nun ist es in den folgenden Minuten vor allem Torhüter Justin Rundt, der für Begeisterung bei den Fans sorgt, wehrt er doch mehrere Würfe der Altenholzer ab, darunter auch einen Siebenmeter. Nach zehn Minuten steht es 4:2 für Hamburg.

    In Unterzahl ohne Torhüter

    Es folgen mehrere Zeitstrafen für beide Seiten, in denen sich jedoch nicht viel tut. Torsten Jansen nimmt dabei zu sechst oft seinen Torhüter im Angriff vom Feld, um sechs Angreifer auf dem Platz zu haben. Einmal geht das schief, als Altenholz in das leere Tor werfen kann und auf 6:5 verkürzt. Wenig später kann der HSV jedoch wieder eine zwei-Tore-Führung herstellen und nach sechzehneinhalb Minuten mit einer schönen Kombination sogar auf 7:4 stellen.

    Doch kurz vor der Halbzeit kommt der Tabellenführer wieder heran. In Minute 27 beim Stand von 12:11 ruft Torsten Jansen die seinen zu sich zur Auszeit. Doch nicht der HSV, sondern Altenholz macht den nächsten Treffer und gleicht so aus. Die erneute Führung für den HSV erzielt kurz darauf Dominik Vogt, den Torsten Jansen ebenso wie Leif Tissier aus seiner A-Jugendmannschaft ins Profiteam mitbrachte. Weiter geht es Schlag auf Schlag in den Schlusssekunden, in denen Lukas Ossenkopp den Schlusspunkt setzt und mit seinem Tor dafür sorgt, dass der HSV mit einer 15:14-Führung in die Kabine geht.

    Nach der Pause macht Lukas Ossenkopp da weiter, wo er aufgehört hat und sorgt für den ersten Treffer in Halbzeit zwei. Und sein Team spielt in den kommenden Minuten weiter stark auf, baut den Vorsprung wieder aus. Nach gut zwölf Minuten liegt der HSV mit 22:18 in Führung. Altenholz nimmt Auszeit und die Halle kocht – gefüllt mit 3.441 Fans. Und es folgen weitere bittere Minuten für den Tabellenführer. Der HSV trifft weiter und bei Altenholz geht nicht viel zusammen. Nach knapp 42 Minuten schicken die Schiris einen Teil der Bank auf die Tribüne. Wenig später ist erneut HSV-Torhüter Justin Rundt nicht zu überwinden beim Siebenmeter. Es steht 25:19.

    Jansen: „Wahnsinnsleistung“

    Aber Altenholz gibt sich nicht geschlagen und kommt in der Folge wieder bis auf 26:23 heran. Auch, weil die Gäste während einer Zeitstrafe gegen den HSV zwei mal ins leere Tor werfen können, da Hamburg erneut im Angriff seinen Keeper vom Feld nimmt, aber den Ball verliert. Und so bleibt es bis zum Schluss spannend. Zwei Minuten vor Schluss steht es 34:33. Hamburg stellt erspielt sich erneut zwei Tore Vorsprung, muss dann in der Verteidigung jedoch eine Zwei-Minuten-Strafe einstecken. Doch Altenholz Angriff scheitert und im Gegenzug macht der HSV das 36:33.

    Altenholz verkürzt noch einmal auf 36:34, doch das Spiel ist entschieden. Am Ende steht es gar 37:34 und als die Schlusssirene ertönt, rennen alle HSV-Spieler auf ihren Torhüter Justin Rundt zu und bilden eine große Jubel-Pyramide über dem Mann des Spiels, als sei soeben der Aufstieg gelungen. Stimmung im Team? Offenbar bestens.

    Neu-Trainer-Jansen gibt sich nach der Begegnung jedoch gewohnt wortkarg bescheiden. Seinem Team beschien er eine „Wahnsinnsleistung“ und hob insbesondere Jugendspieler Leif Tissier hervor. Auch den Gegner lobte Jansen. Dürfte Altenholz aufsteigen seien sie sicher kein Kandidat für die unteren Tabellenplätze der zweiten Liga, so der Trainer. Weiter geht es für den HSV kommende Woche Samstag auswärts beim SV Anhalt Bernburg. Das nächste Heimspiel findet am Karsamstag gegen den HV Grün Weiß Werde statt.

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    Über

    Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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