Ein Herz für Alsterwasser, Parkplatz-App für Hamburg und Proteste

Bild: Inga Zimmermann
Allgemein

    Typisch Frühling. Erst gab es letzte Woche ein super Wochenende, dann folgte Wind, viel Wind … Neben Brandanschlägen, 30-jährigem Großstadtrevier-Jubiläum, der Nachricht, dass Obdachlose um 6:30 Uhr geweckt werden sollen und dem St. Patrick´s Day war es aber viel mehr als nur windig.

    Fragen wir uns zuerst: Sind wir besser unterwegs mit dem Fahrrad, dem Auto oder dem HVV? Oder doch in der Luft?

    Fahrrad: Das Hamburger Abendblatt veröffentliche in der letzten Woche eine Infokarte, die uns die Zahl der Fahrraddiebstähle pro Stadtteil zeigt. Wir lernen: es gab 6.034 Fahrraddiebstähle im vergangenen Jahr, besonders häufig in St. Pauli, Eimsbüttel, Winterhude und ebenfalls in Stadtteilen mit vielen Schulen und Hochschulen oder kleinen Läden und wenigen Parkplätzen.

    Auto: Wem der mögliche Fahrradklau zu heikel oder wer einfach faul oder unsportlich ist oder aber von weiter her kommt (oder andere Gründe hat), der fährt Auto und sucht nur allzu oft nach einem freien Parkplatz. Hier soll digitale Hilfe nahen: Die Telekom möchte in Hamburg eine Park-App für bis zu 11.000 Stellflächen (öffentlich oder privat) bis Sommer 2017 starten. Park and Joy soll mittels Sensoren, Mobilfunknetzschwarmdaten und einer Parkgebühren-Zahlfunktion die Suche nach einem Parkplatz erleichtern. Nach Hamburg sollen weitere Städte folgen.

    Bis zum Sommer wäre es jedoch ratsam, mit dem Fahrrad oder dem HVV in der Stadt unterwegs zu sein, der Umwelt und der Hamburger Finanzen zuliebe. Denn wird bis Ende Juni nicht die Luftverschmutzung reduziert, muss die Hamburger Umweltbehörde 5.000 Euro Strafe zahlen.

    Luft: Nicht der Luft wegen, sondern der Lärmbelästigung für die Anwohnerinnen und Anwohner wegen soll in der Luft über Hamburg ebenfalls weniger los sein: BUND, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, fordert einen Landestopp ab 22 Uhr, statt wie bislang 24 Uhr. Das Ziel der aktuellen Petition sind 10.000 Unterschriften.

    Politische Aktionen

    Hamburgs Bürgerinnen und Bürger gingen auch für politische Themen in der zurückliegenden Woche auf die Straße: In Barmbek-Nord, ebenfalls einer der zehn Stadtteile mit den meisten Fahrraddiebstählen, gab es heute erneut eine Demonstration mit etwa 580 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gegen den Thor-Steinar-Laden.

    Der Aktionskreis Hamburg hat Platz fordert die Aufnahme von aktuell in menschenunwürdigen Verhältnissen lebenden 1.000 Geflüchteten aus Griechenland, die nicht mehr durch die seit letztem Jahr geschlossene Balkanroute weiter reisen können. Die Petition kann hier unterschrieben werden. Aus Anlass des gestrigen Jahrestages des EU-Türkei -Deals wurde das Flüchtlingscamp Idomeni ist überall auf dem Hamburger Rathausplatz aufgebaut, aufgerufen durch das Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen, den Ottensern Gesprächen zu Flucht und Migration, den Flüchtlingsrat Hamburg und die Attac Griechenland-Solidaritätsgruppe. Heute gab es ebenfalls auf dem Rathausplatz eine erneute Kundgebung der Pulse-of-Europe-Bewegung, jedoch mit 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt wie mit über 1.000 am letzten Sonntag.

    Am heutigen Sonntag soll die stellvertretende türkische AKP-Vorsitzende Nükhet Hotar für einen Besuch in Hamburg angekommen – doch ohne das Ziel eines öffentlichen Auftritts. Insgesamt können 83.000 türkische Wahlberechtigte in Hamburg zum türkischen Referendum abstimmen, zusätzlich können 27.000 Stimmberechtigte in die Hamburger Wahllokale aus Schleswig-Holstein kommen. Bis jetzt sind uns hier noch keine Demonstrationen oder Aktionen bekannt.

    Kiezmische

    „Nur der Name ist Geschmackssache. Ihr entscheidet, was die neue Kiezmische ist: Like für Radler, Herz für Alsterwasser“, so kommentiert postete Astra ein Foto zur Abstimmung, wie die neue Kiezmische heißen soll. Zuvor hatte es zu einem am 23.Februar geposteten Bild des neuen Etiketts der Flasche der Kiezmische eine rege Diskussion gegeben, da es erstmalig Radler titelte. Zur Abstimmung nun stehen beide Begriffe. Links auf dem Bild: Wasser, ein Herz, also Alsterwasser. Rechts auf dem Bild: Asphalt, ein Daumenhoch, also wohl der Asphalt, auf dem Radler fahren, also Radler. Seien wir mal ehrlich, lässt man Hamburger – oder nicht auch jeden? – entscheiden, würde man sich da nicht immer lieber für herrlich blaues Wasser als für öden, grauen Asphalt entscheiden? Der aktuelle Stand: 14.840 Herzen, 2.644 Daumenhoch.

    Bevor wir euch einen schönen Sonntagabend wünschen, schauen wir noch kurz auf die neuesten Sportergebnisse. Kein Hamburger Sport, aber als Sport in Hamburg war das Spiel der Deutschen Handballerinnen gegen Schweden zu bezeichnen. Leider verloren in der Barclaycard-Arena die Deutschen dieses Spiel knapp mit 23:24. Der FC St. Pauli spielte unentschieden 0:0 gegen Hannover 96. Die HSV-Fußballer verließen die Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main mit dem gleichen Punktestand. Unser Hamburger Towers gewannen mit 79:75 gegen die Rheinstars Köln.

    Und nun genießt die letzten Stunden dieser Woche!

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    “Wenn Deutschland, dann Hamburg.” Auch wenn es gerade nicht Deutschland ist, Hamburg ist das Zuhause im Herzen. Hier bei Elbmelancholie kann Inga über ihre Erlebnisse in der Hansestadt Hamburg und Gedanken zu den hiesigen Geschehnissen berichten. Stellvertretende Redaktionsleiterin von Elbmelancholie

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