Satz mit X

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

Diese Woche ist erneut viel in Hamburg passiert. Und irgendwie fallen viele der Ereignisse in die Kategorie: Das war wohl nichts. Ernsthaft: Sollen wir über die Niederlage reden? Über das Fußballspiel. Dieses eine, was mittlerweile schon traditionell in einem Desaster endet? Mittlereile hat man sich bereits daran gewöhnt und erwartet nicht einmal, dass daraus eine Krise entsteht. Also zumindest keine, die es nicht vorher auch schon gab. In diesem Sinne, nur noch einmal für die Chroniken: Der HSV hat am Samstag in München gespielt – und dort 8:0 verloren.

Eine klare Niederlage setzte es auch bei den Basketballern. Die Hamburg Towers unterlagen beim Tabellenführer, dem Mitteldeutschen Basketball Club aus Weißenfels. Auch hier wurde kräftig gescored: 106 Punkte erzielten die Gastgeber. Immerhin machten auch die Hamburger deren 82.

Geworfen wurde auch am Mittwochabend in der Schanze. Jedoch handelte es sich dabei leider nicht um Basketbälle, sondern um Steine. Fünf Vermummte haben Berichten zufolge das „Pyjama-Park“-Hotel im Schanzenhofs mit Farbe, einem Feuerlöscher und Steinen attackiert. Um den Schanzenhof gab es im letzten Jahr zahlreiche Diskussionen, da der Vermieter den meisten bisherigen Mietern gekündigt hat. Das „Pyjama-Park“-Hotel gehört zu den neuen Mietern, die von diesem Schritt profitierten.

Über das Thema haben wir vor etwa einem Jahr in unserer Kolumne „Unerwartet & Unbemerkt“ berichtet. Zweites Thema war damals der Brand im Golden Pudel Club. Wie es der Zufall so will ist in der zurückliegenden Woche auch der wieder Thema. Die Regierungskoalition der Bürgerschaft, also SPD und Grüne, haben nämlich finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau zugesagt. Voraussichtlich würden 200.000 Euro bereitgestellt. Auch der Bezirk Altona gibt Geld dazu, und zwar etwa 100.000 Euro. Damit müssten noch etwa 550.000 Euro durch Eigenleistungen erbracht werden, damit der Pudel wieder öffnen kann. Ganz andere Sorgen haben derzeit viele Mitarbeiter der Traditionswerft Blohm + Voss. Laut dem NDR wird etwa jede dritte Stelle gestrichen, rund 300 Mitarbeiter wären betroffen.

Gestritten wird in Hamburg einmal mehr um die Rolle der Radfahrer. Das prominenteste Beispiel ist da aktuell die Debatte, ob der Elbe-Radweg am Elbstrand verbunden werden soll. Die Grünen im Bezirk preschten zunächst mit dieser Idee vor, doch es gab alsbald Kritik, da die Fläche als Spiel-, Grill und Treffpunkt beliebt ist. Auch die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, immerhin selbst Grüne, kann sich nicht wirklich mit dem Radweg anfreunden. Nun wird zunächst weiter bewertet und diskutiert. Das wird auch an anderer Stelle, so zum Beispiel in Winterhude, wo ein neuer Radweg entstehen soll. Problem: Die ohnehin schon knappen Parkplätze könnten so noch weiter reduziert werden.

Und auch wenn der Tatort am Sonntag gewöhnungsbedürftig ist, zeigte er dieses Mal nicht Nick Tschiller alias Til Schweiger. Gleichwohl spielten sich in Hamburg aber Szenen ab, die aus einem Tschiller-Tatort stammen könnten: Am Sonntag machten MEK-Beamte einen flüchtigen Schwerverbrecher in Rahlstedt fest. Der war zuvor am Donnerstag den Beamten entkommen, als er bei einer Therapiestunde beim Psychologen war. Der Fall bringt auch Justizsenator Till Steffen (Grüne) in Erklärungsnot.

Wer technisch sich einiges erklären lassen will, ist in der kommenden Woche bei der Social Media Week richtig aufgehoben. Doch auch sonst gibt es genug in der ersten März-Woche zu tun. Was alles, erfahrt ihr rechtzeitig in unseren Veranstaltungstipps. Bis dahin wünschen wir erst einmal einen guten Start in die Woche.

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Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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