Alster_Vögel

Aus für das Weindorf, Start für die vielleicht meistbefürchtete Volksinitiative seit langem

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

    So richtig gemocht hat das Weindorf auf dem Rathausmarkt ja kaum ein Hamburger. Doch dass es nun zu einem solchen Politikum werden würde und das noch kurz vor der Wahl in Baden-Württemberg… Bis auf weiteres wird es jedenfalls kein solches Weindorf mehr bei uns geben. Hamburg wollte zu viel Miete von den Schwaben. Die Miete sei bis ins Siebenfache gestiegen, schreibt die Mopo. Die Stuttgarter sagen, Hamburg sei nicht gesprächsbereit gewesen. Interessant: In Stuttgart findet zudem ein Hamburger Fischmarkt statt, der eine Woche dauert. Die Kosten für beide Events wurden bislang miteinander zum Teil verrechnet. Nun werden also eigenständige Kosten für den Fischmarkt in Süddeutschland fällig. Mal schauen, ob die Stuttgarter nun ein Revanchefoul spielen.

    Ein Thema, das uns wohl alle noch beschäftigen wird, erreichte am Freitag die nächste Stufe: Die die Volksinitiative „Hamburg für gute Integration“ wurde gestartet. Wer seine Unterschrift unter die Initiative legt, fordert, dass Folgeunterbringungseinrichtungen für Flüchtlinge künftig nicht mehr als 300 Personen beherbergen sollen, die Verweildauer in den Zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen zwei Monate nicht überschreitet und zwischen Standorten mit mehr als 100 Flüchtlingen ein Mindestabstand von 1.000 Metern liegt. Außerdem solle sich Hamburg für einen neuen Verteilungsschlüssel für Asylsuchende innerhalb Deutschlands einsetzen.

    Die Ziele werden vermutlich die meisten Menschen teilen: kleinere, dezentrale Unterkünfte und dadurch einfachere Integration. Der Senat sagt jedoch, dass dies organisatorisch nicht zu leisten sei. Über das Problem haben wir vor einiger Zeit bereits geschrieben. Nun wird spannend sein, ob die Debatte zur Initiative sachlich bleibt oder ob sie von rechten Kräften geentert wird. Auch die oppositionelle CDU sieht das Thema daher zweischneidig. André Trepoll, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion, sagt einerseits: „Wir unterstützen mit Nachdruck das Ziel der Initiative, Massenunterkünfte ohne jegliche Integrationsperspektive in unserer Stadt zu verhindern.“ Andererseits sagt er auch: „Einen Volksentscheid halten wir in dieser Frage nicht für die beste Lösung.” Man sehe aber, dass der zusätzliche Druck auf Rot-Grün durch die Volksinitiative notwendig sei, um eine gute Lösung für Hamburg zu erreichen. Ein Spiel mit dem Feuer also? Viel Gesprächsbedarf jedenfalls.

    Apropos Gesprächsbedarf: Es war eine Konferenzwoche in Hamburg. Die Online Marketing Rockstars luden am Donnerstag und Freitag zu ihrer Expo und Konferenz in die Messe. Am Wochenende auf Kampnagel fand zudem die Refugee-Konferenz statt, über die wir vor kurzem bereits berichtet haben. Und dann war da freilich noch die Social Media Week. Von Montag bis Freitag fanden rund 200 Veranstaltungen hierzu an verschiedenen Orten in Hamburg statt. Am Donnerstag diskutierten wir mit Ruderin Sylvia Pille-Steppat, Läuferin Ilka Groenewold, Jan Fischer von den Hamburg Towers und Andreas Kitzing von Sponsoo über Sportvermarktung und Sponsoring, insbesondere mithilfe des Social Web. Wer nicht dabei sein konnte, kann sich das Video hier anschauen.

    Ein Beitrag im Hamburg-Teil der Zeit am gleichen Tag bot unserer Diskussion neue Aktualität. Darin schreibt Autor Kilian Trotier die Stimmung im Sport nach dem Olympia-Aus. Viele Sportler würden klagen, dass die Stadt und die lokale Wirtschaft sie für die Kampagne ins Licht gerückt hätte und stolz präsentierte, es nun aber an Unterstützung von Politik und Unternehmen fehle. Das ganze Feld sei verbrannt und Leistungssportler würden oft eher gemieden. So auch die des VT Aurubis Hamburg. Für die Volleyballerinnen aus Hamburgs Süden wird es mangels Geldgeber wohl nicht weitergehen. Dem Bericht zufolge sieht es auch nicht nach einem Weitermachen zumindest in der zweiten Liga aus.

    Ganz aktuell empfingen die Spielerinnen am Freitag Abend erst einmal das Team aus Aachen und konnten, nachdem sie die ersten beiden Sätze verloren hatten, letztlich doch noch als Sieger das Feld verlassen. Es war das letzte Heimspiel der Hauptrunde. Wenn der Saisonabschluss glückt, wird es aber zumindest in den Pre-Playoffs noch Spiele in der CU Arena geben.

    Auch die Hamburg Freezers kämpfen noch um die Pre-Playoffs. Am Freitag in Augsburg gab es jedoch nach zwischenzeitlicher Führung eine 6:2-Abreibung. Das letzte Drittel endete 5:0 für die Gastgeber. Am Sonntag spielten die Freezer dann in Hamburg gegen Mannheim und verloren erneut. Das Spiel endete 2:4. Die Hamburg Towers traten am Samstag in Hanau an und konnten sich entgegen der Auswärtsschwäche nun zum zweiten Mal in Folge in der Fremde durchsetzen. Mit 77:71 ging die Begegnung an sie. Im Fußball trennten sich der HSV und Ingolstadt 1:1 unendschieden. Der FC St. Pauli konnte beim Tabellenletzten aus Duisburg den erwarteten Sieg einfahren.

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    Über

    Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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