Kampfmittel_Entscharfung

Großeinsätze für die Feuerwehr und Einzug in Harvesterhude

Bild: Simon Hill
Wochenrückblicke

    Was für eine sportliche Woche: Angelique Kerber gewinnt völlig überraschend die Australian Open. Und einen Tag später schon der nächste Erfolg: Die Deutschen Handballer sind nach einem deutlichem 24:17-Sieg gegen Spanien Europameister. Damit qualifizieren sie sich zudem direkt für Olympia. Manch ein Sportfunktionär mag ob der auch bei nicht Sportfans durch die beiden sportlichen Siege erzeugte Begeisterung mit Wehmut gewünscht haben, dass direkt in deren Anschluss über Hamburg 2024 abgestimmt worden wäre und nicht im Schatten ganz anderer Ereignisse. Doch das ist wirklich müssig.

    Weniger erfolgreich als Kerber und die deutschen Handballer waren die Fußballer des HSV, die in Stuttgart 2:1 unterlagen. Zeitgleich konnten dafür die Hamburg Towers ihre Heimserie ausbauen, auch wenn dafür ein Arbeitssieg gegen Paderborn nötig war.Und auch die Hamburg Freezers waren erfolgreich, gewannen gegen Düsseldorf. In der Tabelle fehlt aber derzeit weiter ein Punkt für die Pre-PlayOffs. Und dann war sportlich da noch das: Diese Woche gab der Deutsche Leichtathletik-Verband bekannt, dass im Rahmen des diesjährigen Alsterlaufs im September die Deutschen Meistertitel im 10 Kilometer-Straßenlauf vergeben werden.

    Bombenentschärfung in Eppendorf

    Das Thema der Woche war aber für viele Hamburger kein sportliches. Es war der Bombenfund am Donnerstag. In Eppendorf wurde bei Bauarbeiten eine 250 Kilogramm-Bombe entdeckt. Im Umkreis von 300 Metern wurden die Gebäude evakuiert. Zudem mussten viele Straßen gesperrt werden. Das Resultat war wie nicht anders zu erwarten ein Verkehrschaos. Nachdem das Umfeld gesichert war, konnte der Kampfmittelräumdienst seine Arbeit beginnen – und die war ziemlich heikel. Der Säurezünder der Weltkriegsbombe war nämlich bereits ausgelöst und befand sich zudem noch am unteren Ende. Dennoch gelang es den Experten, diesen abzutrennen und kontrolliert zu sprengen.

    Als gegen 20 Uhr ein Knall in der Gegend zu hören war, machten sich einige Menschen Sorgen. Einige fragten verängstigt auf Twitter, was passiert sei. Anderen war schnell klar, das eine vollständige Detonation der Bombe deutlich mehr Krach gemacht hätte und vermuteten bereits, dass es sich nur um den Zünder gehandelt haben konnte. Wenig später gab die Feuerwehr dann auch Entwarnung. Die Kollegen der Eimsbütteler Nachrichten haben mit dem Pressesprecher der Feuerwehr ein Video-Interview geführt, in dem weitere Details zum Einsatz erklärt werden:

    Video

    Kommen wir von schweren Aufgaben zu schweren Tieren: Eine Namenstaufe gab es diese Woche im Tierpark. Der Mitte Januar geborene Elefantenbulle bekam endlich einen Namen: Kanja. Der Name wurde von den Lesern des Abendblatts bestimmt. Insgesamt über 1.500 Einsendern hätten für Kanja votiert, heißt es.

    Deutlich schwieriger als einen Namen für einen Elefanten zu finden, erschien es lange Zeit, Flüchtlinge im ehemaligen Kreiswehrersatzamt in Harvesterhude unterzubringen. Nach Anwohnerprotest, deutschlandweiten Schlagzeilen und Schwierigkeiten mit dem Bebauungsplan zogen diese Woche die ersten Flüchtlinge in die neue Folgeunterkunft ein. Bis zum Montag sollen es insgesamt 190 Personen werden.

    Und das nächste Prestige-Projekt in Sachen „seht her, auch in Nobelvierteln werden Flüchtlinge untergebracht“ ist bereits in Planung: Am Mittwoch wurde bestätigt, dass in der HafenCity eine neue Unterkunft für 720 Flüchtlinge geschaffen wird. Darüber hinaus kamen diese Woche Signale aus Schleswig-Holstein, dass sich Hamburgs Nachbarland vorstellen kann, einige Flüchtlinge, für die eigentlich Hamburg zuständig ist, in Unterkünften jenseits der unsichtbaren Landesgrenze unterzubringen.

    Abschließend kommen wir noch auf einen weiteren Feuerweh-Einsatz zurück, der Hamburg in Atem hielt. Zwei Tage vor dem Bombenfund von Eppendorf gab es in Winterhude einen Wohnungsbrand. Die Anwohner des gesamten Gebäudes mussten das Haus verlassen, das durch den Brand unbewohnbar wurde. Ein 73-Jähriger zog sich Verbrennungen ersten Grades zu. Im Rahmen des Feuerwehr-Einsatzes warnten die Einsatzkräfte über die Sozialen Medien und das Warnsystem Katwarn weite Teile der Bevölkerung, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten.

    Uns bleibt an dieser Stelle nicht mehr, als einmal mehr den Einsatzkräften für ihre Arbeit zu danken und zu hoffen, dass uns allen eine ruhigere Woche bevorsteht. Wir wünschen in jeden Fall einen guten Start in den Februar.

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    Über

    Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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