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Hamburg Towers feiern 78:68-Arbeitssieg gegen die finke baskets aus Paderborn

Bilder: Andreas Grieß
Sport

    Am Samstagabend empfingen die Hamburg Towers die finke baskets aus Paderborn. Auf dem Papier eine scheinbar klare Angelegenheit. Doch über weite Strecken der Partie taten sich die Hamburger gegen den Tabellenvierzehnten schwer. Erst im letzten Viertel konnten die Towers ihre Spielfreude ausleben. Am Ende der Partie muss man den 78:68-Heimsieg vor allem als Arbeitssieg bezeichnen.

    Bereits nach wenigen Sekunden gingen die Hamburg Towers in Führung. Die ersten Punkte der Partie erzielte Center Stefan Schmidt. Doch bereits nach zwei Minuten gelang den Gästen aus Paderborn der 4:4-Ausgleich. Kurze Zeit später fielen die Towers sogar das erste Mal in Rückstand, glichen durch einen Dreier von Xavier Roberson aber schnell wieder aus. Insgesamt zeigten beide Teams ein über weite Strecken zähes und zerfahrenes erstes Viertel. Vor allem beim Abschluss fehlte einige Male die letzte Präzision. Das machte sich vor allem bei den Towers sichtbar. Der neunte Heimsieg in Folge war in Gefahr.

    Vier Minuten lang Korbflaute

    Mit einem zwei-Punkte-Rückstand gingen die Towers ins zweite Viertel (17:19). Doch auch da zeigte sich ein ähnliches Bild. Beide Mannschaften glänzten vor allem durch starke Defense-Leistungen oder besser gesagt durch ihre Abschlussschwäche. So mussten die Zuschauer in der Inselpark-Halle sehr lange auf die ersten Treffer im zweiten Viertel warten. Sage und schreibe drei Minuten lang erzielten beide Teams keinen einzigen Punkt. Die Towers brauchten sogar vier Minuten, eher Xavier Roberson die Korbflaute mit einem Korbleger zum 19:21 beenden konnte. Zwei Minuten vor der Halbzeit gingen die Hausherren durch zwei Freiwürfe von Bazou Kone dann das erste Mal seit der siebten Spielminute des ersten Viertels wieder in Führung (27:25). Mit einer knappen 30:29-Führung verabschiedeten sich die Hamburger in die Kabine.

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    Bazoumana Kone versenkte seine Freiwürfe und brachte die Towers so wieder in Führung

    Nach der Halbzeitpause bauten die Towers ihren Vorsprung weiter aus. Nach knapp drei Minuten stand es 36:33 für die Hausherren aus Wilhelmsburg. Doch die finke baskets aus Paderborn ließen nicht locker. Nach fünf Minuten gingen sie wieder mit 38:39 in Führung. Diesmal fackelten die Towers aber nicht lange. Besser gesagt Robert Ferguson. Erst punktete er mit einem 2er-Tip. Sekunden später legt er mit einem verwandelten Freiwurf zum 41:39 nach. Doch insgesamt taten sich die Wilhelmsburger auch im dritten Viertel mehr als schwer. Erst in den letzten Sekunden drehten die Towers auf. Allen voran einer: Anthony Canty mit einem „fast“ Buzzerbeater zum 53:47 („Mr. Buzzerbeater“ Steffen Kiese fehlte übrigens verletzt).. Der 25-jährige Point Guard war mit 20 erzielten Punkten vor Jonathon Williams (17 Punkte) der absolute Topscorer des Abends.

    Kuriose Auszeit vor dem Ende

    Mit dem sechs-Punkte-Vorsprung ging es für die Towers in die letzten 10 Minuten, in denen sie zuletzt in Köln das Spiel aus den Händen gaben. Nicht so im heimischen Inselpark: Nach drei Minuten bauten sie die Führung in kürzester Zeit auf zehn Punkte aus. Die Türme spielten sich in einen Rausch. Fünf Minuten vor Schluss stand es 65:51 für die Hamburger. Paderborn schien geschlagen. Die finke baskets konnten nur noch durch Freiwürfe punkten. Und auch das wollte nicht so recht gelingen. Knapp vier Minuten vor Schluss lagen die Towers immer noch mit dreizehnten Punkten vorne. Diese Führung konnten sich die Hamburger doch nicht mehr aus der Hand nehmen lassen? Paderborn versuchte in der Schlussphase, die Hamburger an die Linie zu zwingen, doch hier blieben die Hausherren sicher.

    Vier Sekunden vor Schluss nahmen die Gäste noch eine Auszeit, die für Unverständnis sorgte – war das Spiel doch für sie verloren und auch der direkte Vergleich ob der Niederlage im Hinspiel kein Thema mehr. Towers-Coach Attarbashi reagierte mit Humor und nahm seinerseits ebenfalls eine Auszeit, in der er sich entspannt mit den Schiedsrichtern unterhielt – nur das Dance Team blieb ihm verwert, wie er augenzwinkernd nach dem Spiel verriet.

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    Coach Hamed Attarbashi freute sich über viel Gesellschaft auf der Bank

    Am Ende siegten die Towers mit 78:68. Es war der neunte Heimsieg in Folge! Erfreulich: Nach monatelanger Verletzung konnte Hamed Attarbashi endlich wieder seinen Point Guard Rene Kindzeka einsetzen. Auch wenn es für den 20-Jährigen gegen die finke baskets nur bei einem zwanzig-Sekunden-Einsatz blieb, freute sich der Coach über den Rückkehrer: „Er ist endlich wieder zurück. Es war schon irgendwie ungewohnt so viele Spieler zur Verfügung zu haben. Es war schon recht voll auf den Stühlen neben mir.“

    „Immer diese Auswärtsspiele. Da bekommt man schon Kopfschmerzen“

    Topscorer Anthony Canty nach dem Spiel: „Es war ein sehr sehr wichtiger Sieg für uns. Wir dürfen das Spiel zum Ende aber nicht so knapp machen. Der Sack muss schon früher zugemacht werden.“ Besonders für einen Mitspieler fand der 20-Jährige nach der Partie lobende Worte: „Bazou hat sich heute absolut in den Dienst der Mannschaft gestellt. Er hat sehr gute Pässe gespielt. Ich habe da mit meinen 20 Punkten natürlich sehr davon profitiert.“

    Nach dem Spiel sind die Augen der Spieler aber natürlich schon auf den nächsten Gegner gerichtet. Am kommenden Samstag müssen die Towers zu keinen Geringeren als dem Tabellenzweiten aus Vechta reisen. Die Auswärtsschwäche der Towers macht da eher wenig Mut. Anthony Canty nach dem Sieg gegen Paderborn. „Immer diese Auswärtsspiele. Da bekommt man schon Kopfschmerzen. In Vechta wird es sehr schwer. Sie sind sehr heimstark. Ein Sieg in Vechta wäre natürlich eine riesen Überraschung.“ Coach Attarbashi sieht dem Vechta-Spiel etwas gelassener entgegen: „Auswärts sind es meist nur Kleinigkeiten, die den Ausschlag machen. Bisher sind wir auswärts immer als Favorit angereist. In Vechta wird das nicht der Fall sein. Da haben wir nichts zu verlieren. Solange wir nicht mit 20 Punkten Unterschied verlieren, ist alles gut.“

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    Da guckst du: Anthony Canty wurde mit 20 Punkten Topscorer

    Nach dem Sieg gegen Paderborn stehen die Hamburger weiterhin auf einem guten fünften Tabellenplatz. Im Hinblick auf die Playoffs ist Coach Attarbashi mit der momentanen Lage mehr als zufrieden: Wir haben aus 20 Spielen zwölf Siege geholt. Das ist mehr, als wir in der vergangenen Saison geschafft haben. Wir wollen jetzt einfach nur die Playoffs erreichen. Zwei Jahre in Folge wäre das schon eine sehr tolle Bilanz für unser junges Team.“

    Falls es auswärts gegen Vechta nicht zum Sieg reichen sollte, gibt es am 13. Februar um 19:30 Uhr in der Inselpark-Halle die nächste Chance auf einen Towers-Sieg. Dann treffen die Towers auf die Tabellendritten aus Kirchheim.

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    Über

    Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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