Eis_Stadtparksee

Rücktritt, Rückkehr, Rückrunde

Bild: Andreas Grieß
Allgemein

    Das Ergebnis aus der vergangenen Woche war für viele in Hamburg ein Schock. Nein, gemeint ist nicht das Spiel des HSV, dazu kommen wir gleich. Gemeint ist eine Wahlumfrage im Auftrag von Radio Hamburg. Der zufolge käme, würde nun die Bürgerschaft gewählt, die AfD auf 13 Prozent. Sie würde damit gleichauf mit den Grünen und nur knapp hinter der CDU drittstärkste Kraft. Am stärksten verlieren würde die SPD, käme nur auf 37 Prozent. Bei der letzten Wahl waren es 45,6 Prozent. Auch die CDU verlöre.

    Damit gäbe es zumindest im Bezug auf die AfD in Hamburg den gleichen Trend, wie in anderen Bundesländern und bundesweit. Vor allem die Flüchtlingsfrage spielt hier wohl die entscheidende Rolle. Dass die AfD trotz Streit innerhalb des Landesvorstands und innerhalb der Bürgerschaftsfraktion ihr Ergebnis mehr als verdoppeln könnte, muss dabei zu denken geben. Auch wenn man die Online-Befragung mit Vorsicht genießen muss und sie sicher nicht 1:1 ein wirkliches Wahlergebnis vorhersagt, so zeigt sie doch eine Tendenz auf.

    Wahl_hh

    So, jetzt aber zum HSV. Nun rollt er wieder: Der Fußball in der Bundesliga. Am Freitag begann im Volkspark die Rückrunde und alles ist wie gehabt: Der HSV verliert gegen die Bayern. Allerdings: Nur mit 1:2 und einem Spielverlauf, der durchaus einen Punkt hätte einbringen können. Und so war Coach Labbadia nach dem Spiel auch etwas angefressen, ob des vermeintlichen Bayerndussels. Andererseits: Es ist ja nicht das erste Mal, dass Robert Lewandowski knapp nicht im Abseits stehend noch einen Ball unhaltbar zur Entscheidung abfälscht. Die Bayern waren selbst mal Leidtragende eines solchen Tores – damals, als sie noch nur Vizemeister wurden.

    Niederlage für die Towers, Rückzug von Neumann

    Wie gehabt auch alles im Basketball: Auswärts ist für die Hamburg Towers nichts zu holen. In Köln setzte es eine 76:64 Niederlage, dabei führte das Team lange und teils sogar deutlich. In der Tabelle verlieren die Towers so langsam den Anschluss auf Platz vier, der zunächst Heimrecht in den Playoffs einbringen würde – und nach hinten sollte man sich auch nicht zu sicher sein. Ein Sieg Vorsprung auf die Plätze sechs, sieben und acht, zwei auf die Nicht-Playoff-Plätze neun und zehn weist die Tabelle aus.

    Dass die Tabelle der Handball-Bundesliga künftig noch den HSV Handball ausweist, ist wohl auszuschließen. Der Spielbetrieb dürfte zwar weitergeführt werden, dies gilt jedoch weiter als unwahrscheinlich. Das war schon zuvor bekannt. In der zurückliegenden Woche kam nun noch die Entscheidung der Liga hinzu, die Lizenz für die erste und auch zweite Liga ab Saisonende zu entziehen. Ein Neustart in der zweithöchsten Spielklasse ist damit also auch weitestgehend ausgeschlossen.

    Das Aus für den Handball betrauerte zuletzt Innen- und Sportsenator Michael Neumann. Nun ist er zurückgetreten. Nicht wegen des Handballs, sondern dem Vernehmen nach, weil er allgemein das Amt nicht mehr Fortführen wollte. Mit dem zuvor Bezirksamtleiter Mitte, Andy Grote, muss, soll und darf nun ein anderer einen Job machen, der sicher kein leichter ist, stehen doch gleich mehrere Baustellen an: die Frage der Flüchtlingsunterbringung und Integration ebenso wie die Sicherheitspolitik. Und mangels eigenem Senatorenamt oder anderem Ressortzusammenschnitt kommt dann auch noch weiter der Sport hinzu, der nach dem Olympia-Aus noch seine Vision für die Zukunft sucht.

    G20-Gipfel in Hamburg?

    So hätten die Deutschen Meisterschaften im Judo am Wochenende in Alsterdorf zum Beispiel mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt – am Sonntag gab es mit David Tekic vom TH Eilbeck sogar einen Hamburger als Deutschen Meister in der Klasse bis 90kg. Sicher viel Beachtung wird hingegen am 8. Oktober das WM-Qualifikationsspiel der Fußballer bekommen, dass in Hamburg stattfinden soll.

    Und dann wäre da noch ein anderes Ereignis, dass wohl für viel Beachtung sorgen wird. Verschiedenen Medienberichten zufolge ist es geplant, kommendes Jahr in Hamburg den G20-Gipfel durchzuführen. Das würde bedeuten: Die 20 vermeintlich wichtigsten Regierungschefs samt Stab würden anreisen, darunter Putin und der neue US-Präsident (womöglich Donald Trump). Hunderte oer gar tausende Journalisten kämen nach Hamburg und die Sicherheitsvorkehrungen wären immens.

    Unklar ist derweil, wo in Hamburg eine solche Veranstaltung durchgeführt werden könnte, braucht es doch viel Platz und eben die Möglichkeit, Sicherheit zu gewährleisten. Ins Spiel gebracht wurden die Messehallen. Die Mopo hält dagegen, diese seien nur – Achtung bewusste Zweideutigkeit – „einen Steinwurf“ vom Schanzenviertel entfernt. Daher machen wir zum Abschluss dieses Wochenrückblicks noch einen Alternativvorschlag: Jetzt, da er nicht anders gebraucht wird, könnten wir ja den Kleinen Grasbrook mit einem Konferenzzentrum bebauen, das im Anschluss an den G20-Gipfel umgebaut wird zu einem Spaßbad, einem Kreuzfahrtterminal und Wohnungen. Wie wärs?

    Wir wünschen eine schöne, neue Woche!

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    Über

    Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

    1 Kommentar

    1. Leo (auch ein Ausländer)

      Warum war das AfD-Ergebnis für Einigen ein Schock? Warum hatte mein kein Schock, wenn die Frauen in der Silvesternacht komplett schutzlos geblieben sind?

      Wenn man in Demokratie leben möchte, sollte man auch die Wahl anderer wahlberechtigten 100% respektieren.

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