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HSV Handball gescheitert, Stadtrad kommt nach Bergedorf, S-Bahn bohrt Züge auf

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

    Im heutigen Wochenrückblick gibt es viel Sport, der aber gar nicht direkt mit Sport zu tun hat. Doch fangen wir mit etwas ganz anderem an: Mit S-Bahnen. Wie der NDR am Mittwoch berichtete, werden die S-Bahn-Züge in Hamburg modernisiert. 112 ältere Modelle sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre ein neues Innen-Design erhalten. Der wichtigste Unterschied wird dann sein, dass Passagiere von Waggon zu Waggon durchgehen können, weil diese dann nicht mehr getrennt sind. Die gewünschten Folgen: Ein höheres Sicherheitsempfinden der Passagiere sowie mehr Platz, insbesondere für Kinderwagen, Fahrräder und Gepäck – was vor allem in der S1 zum Flughafen wichtig sei. Außerdem werden im inneren Monitore installiert, die unter anderem die nächste Haltestelle anzeigen werden. Ein Zug mit dem neuen Inneren ist bereits fertig. Die Kosten für den Umbau betragen laut NDR schlappe 600.000 Euro pro Zug – macht also Gesamtkosten von mehr als 65 Millionen Euro.

    Wo wir gerade bei viel Geld sind, liegt der Übergang zum Sport nah. Dem fehlt in Hamburg neben Ehrenamtlern und Aufmerksamkeit nämlich vor allem Sponsorengeld, wie wir diese Woche bereits in einem ausführlicherem Vorbericht zu unserer Diskussionsrunde auf der Social Media Week festhielten. Wenige Tage später wurde der Bericht bereits von neuen Meldungen eingeholt, denn am Freitag kam die nächste traurige Nachricht für den Hamburger Sport. Der HSV Handball wird zum Rückrundenstart am 10. Februar aller Voraussicht nach nicht mehr antreten. Die Gesellschaft ist zahlungsunfähig.

    Neumann zu Aus für den HSV-Handball: „Das wäre eine Katastrophe“

    Wie Insolvenzverwalter Gideon Böhm bekannt gab, gibt es eine Finanzierungslücke von etwa zwei Millionen Euro. Die Gläubiger seien der Betreibergesellschaft zwar weit entgegen gekommen, dennoch würde jeder Spieltag neue Verluste einbringen. Das Fazit laut Böhm: „Die finanziellen Mittel reichen nicht, um den Spielbetrieb bis zum Ende der Saison sicher zu stellen.“ Die Spieler können ablösefrei wechseln. Dass mit dem Nachwuchsteam weitergespielt wird, gilt als unwahrscheinlich. Böhm laut Abendblatt: “Der Spielbetrieb ist noch nicht endgültig eingestellt, aber ich gehe davon aus, dass wir das in Kürze mitteilen müssen. Wir sollten uns dann auf einen Neuaufbau für die kommende Saison konzentrieren.“

    Grundätzlich hält der Insolvenzverwalter Erstliga-Handball in Hamburg für möglich. Wirklich tröstlich ist das jedoch kaum, zumal nun wohl noch juristische Konsequenzen drohen, da Lizenzbetrug und Insolvenzverschleppung vorliegen könnten. Laut der Welt sprach Gunnar Sadewater, der Geschäftsführer des Vereins, der jedoch mit den Geschäften der Profiabteilung kaum direkt zu tun hat, von einem „schwarzen Tag für den Handball in Hamburg.“ Sportsenator Neumann kommentierte die Meldungen auf Twitter mit „Das will ich mir nicht vorstellen müssen?!!”, und: „Das wäre eine Katastophe!!!!“ Ob ein Ja zu Olympia etwas daran geändert hätte? Für Neumann zu Recht nur Spekulation:

    Die Hamburg Towers konnten am Freitag immerhin etwas Positives vermelden: die Verpflichtung von Kay Gausa. Der gebürtige Hamburger, der seine Karriere beim SC Rist Wedel begann, spielte bereits in der Bundesliga und im Europacup und stand einigen Experten zufolge kurz vor seinem Durchbruch, ehe er durch zwei Kreuzbandrisse zurückgeworfen wurde. Nun versucht der mittlerweile 23-Jährige bei den Hamburg Towers sein Comeback. Der Vertrag läuft jedoch zunächst nur bis zum Saisonende. Am Samstag gegen Baunach war der Neuzugang bereits dabei, spielte beim Sieg jedoch nur eine Nebenrolle.

    Stadtrad kommt im Frühjahr nach Bergedorf

    Verlassen wir den (Profi)sport: Das Stadtrad-System soll auch nach Bergedorf kommen. Das war bereits länger bekannt, doch nun liegen auch Details vor, die aus der Antwort auf eine kleine Anfrage der Abgeordneten Lars Pochnicht (SPD) und Martin Bill (Grüne) hervorgeht. Der Senat, der bekanntlich aus den gleichen Parteien besteht wie die Fragesteller, antwortete ihnen, dass die Inbetriebnahme der Stadtrad-Stationen in Bergedorf für das Frühjahr 2016 vorgesehen sei. Sechs Stationen soll es geben. Als Standorte werden genannt:

    • der Bahnhof Bergedorf (Nordwestseite)
    • die S-Bahn-Haltestelle Nettelnburg
    • die S-Bahn-Haltestelle Allermöhe
    • der Lohbrügger Markt
    • das Bezirksamt (Wentorfer Straße)
      und
    • ein Standort in der Bergedorfer Innenstadt, über dessen genaue Lage noch nicht entschieden wurde.

    Auch andere Orte seien untersucht geworden, jedoch zunächst einmal verworfen oder hintenangestellt. (Ladenbeker Furtweg/Berufsschulzentrum, Glindersweg/Bethesda-Krankenhaus, Kurt-A.-Körber-Chaussee, Ulmenliet/Hochschule für angewandte Wissenschaften und Mohnhof).

    Elefantenbaby im Hagenbecks

    Noch immer nicht los gelassen hat Hamburg die Silvesternacht. Bis Donnerstag wurden nun bereits 195 Anzeigen vermeldet. Viele überlegen nun, welche Schlüsse zu ziehen sind. Die TV-Talksshows kennen kein anderes Thema, in Hamburg diskutieren auch die Türsteher und Clubbesitzer. Derweil formieren sich nun sogar Bürgerwehren. Zeitgleich schwillt in unserer Stadt der Konflikt zwischen rivalisierenden Rockergruppen weiter. Viel zu tun für die Behörden.

    Verabschieden wollen wir uns noch mit einem schweren Thema. Aber keine Angst, es ist dennoch ein sehr “niedliches”. Im Hagenbecks Tierpark kam ein Elefantenbaby zur Welt. Noch ist das junge Tier mit den etwas fragwürdigen Familienverhältnissen namenlos.

    Wir sagen willkommen auf der Welt und wünschen allen eine gute neue Woche.

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    Über

    Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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