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Hamburg Towers stürmen mit drei Buzzer-Beatern zum Sieg gegen Baunach

Bilder: Andreas Grieß
Sport

    Am Samstagabend empfingen die Hamburg Towers den Tabellenzwölften aus Baunach. Vor einer wieder fast ausverkauften Kulisse zeigten die Hausherren – die wohl das vorerst letzte Mal auf den nach seinem unsportlichen Foul gegen Jena gesperrten Bazou Koné verzichten mussten – von Anfang an, dass sie auch das neunte ihrer zehn Heimspiele gewinnen wollten. Eine schon fast unheimliche Heimbilanz. Schließlich gewannen die Towers die letzten sieben Heimspiel nacheinander. Auch wenn Baunach lange Zeit versuchte, den Tabellenfünften aus Hamburg zu ärgern und vor allem in der zweiten Hälfte dabei auch vom Schiedsrichtergespann stark unterstützt wurde, gingen die Towers am Ende mit 70:67 als Sieger vom Parkett.

    Neuzugang Kay Gausa im Gespräch mit Trainer Attarbashi

    Neuzugang Kay Gausa im Gespräch mit Trainer Attarbashi

    Den 3.300 Zuschauern sollte an diesem Abend jedoch nicht nur ein über weite Strecken klasse Spiel geboten werden, sondern auch der Neuzugang der letzten Tage präsentiert werden. Bereits nach sechs Spielminuten betrat das neue Towers-Gesicht das Parkett in der Inselpark-Halle: Kay Gausa. Der 23-jährige gebürtige Hamburger wurde erst am Freitag von den Wilhelmsburgern verpflichtet. Ein Tag später feierte er nun schon sein Debüt bei den Türmen – und zeigte dabei eine durchaus „solide“ Leistung, wie Towers-Coach Hamed Attarbashi nach dem Spiel resümierte. „Es hätte auch ein bisschen besser laufen können. Aber für den ersten Einstand war es okay. Es wird von Wochenende zu Wochenende besser laufen“, so der Neuzugang selbst zu seinem Debüt. Dass mit Gausa ein weiterer „Hamburger Jung“ bei den Towers unter Vertrag genommen wurde, ist kein Zufall: „Wir wollen nicht irgendein Zweitligaverein sein. Wir wollen Hamburg sein“, erklärte Hamed Attarbashi nach dem Spiel euphorisch.

    Ein Buzzer-Beater zum Ersten

    Dass die Towers nicht irgendein Zweitligaverein sind, zeigten sie auch auf dem Parkett. Die Jungs von Trainer Hamed Attarbashi fanden von Anfang an gut ins Spiel und zeigten einen klasse Spielzug nach dem anderen. Die Towers schienen zu Beginn der Partie nur so vor Selbstvertrauen zu strotzen. Die 72:59-Auswärtspleite vom vergangenen Sonntag in Essen schien vergessen. Trotz allem ließen sich die Gäste aus Baunach nicht abschütteln und so stand es zum Ende des ersten Viertels nach einem Buzzer-Beater von Steffen Kiese „nur“ 20:16 für die Gastgeber.

    In der zweiten Minute des zweiten Viertels baute Stefan Schmidt die Führung mit einem Freiwurf zwar bis auf fünf Punkte aus (23:18). Doch nur eine Minute der Unachtsamkeit auf Seiten der Towers ließ die Gäste wieder ausgleichen (23:23). Die Hamburger aber ließen sich keine Sekunde vom kleinen Aufbäumen der Gäste beeindrucken. Vorne hinweg: Kapitän Robert Ferguson. Dieser ließ die Towers-Anhänger nicht lange zittern und brachte seine Mannschaft mit einem Korbleger gleich im Gegenzug wieder mit 25:23 in Führung. Nach fünf Minuten lagen die Hamburger dann wieder mit sechs Punkten vorne (30:24).

    Ein Buzzer-Beater zum Zweiten

    Doch die Baunach Young Pikes wollten sich weiterhin nicht geschlagen geben. Eine Minute vor Ende des zweiten Viertels waren sie wieder bis auf zwei Punkte an die Towers rangekommen (32:30). Wenige Sekunden vor dem Halbzeit-Buzzer gelang den Gästen mit einem Freiwurf dann sogar die unverhoffte 33:32-Führung. Die Euphorie in der Halle – sie war für kurze Zeit wie weggeblasen. Doch dann kam (wieder einmal) Steffen Kieses Buzzer-Beater: Nach einem Assist von Neuzugang Kay Gausa traf er mit einem Dreier zur 35:33-Führung für die Towers.

    Ließ sich auch von einem Cut am Kinn nicht aufhalten: Steffen Kiese

    Ließ sich auch von einem Cut am Kinn nicht aufhalten: Steffen Kiese

    Ein Buzzer-Beater zum Dritten

    Gleich nach der Pause zeigten die Towers eine besonders starke Minute. Durch drei Dreier in Folge zogen die Hamburger bis auf 11 Punkte davon (44:33).  Ab der fünften Spielminute war bei den Towers-Spielern dann jedoch der Wurm drin. Vorne fehlte plötzlich die letzte Konsequenz – und vor allem auch das Quäntchen Glück. Erst in den letzten Sekunden konnten die Towers wieder Punkte auf ihrem Konto verbuchen. Und apropos letzte Sekunden. Auch das dritte Viertel an diesem Abend wurde mit einem Buzzer-Beater von Steffen Kiese gekrönt. Der 28-Jährige scherzte nach dem Spiel: „Ich mach das schon ganz gerne. Da ist aber natürlich ganz viel Glück dabei.“

    Dank des dritten Buzzer-Beaters des Abend gingen die Towers mit einem Acht-Punkte-Vorsprung ins letzte Viertel. Neun Minuten vor Ende kam Baunach bis auf vier Punkte an die Towers ran. Sollten die Towers ihre Führung in den letzten Minuten etwa doch noch verspielen? Sie brauchten unbedingt wieder ihre Selbstsicherheit zurück. Diese brachte Anthony Canty, der mit 23 erzielten Punkten der unangefochtene Top-Scorer bei den Towers war und nach der Partie ein Sonderlob vom Trainer bekam: „Ja der kann Basketball spielen. Er hat sich stark gesteigert und hat wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht.“ Fünf Minuten vor Spielende lagen die Towers nach seinem Dreier wieder mit 56:49 vorne. Nach nur wenigen Sekunden war die Führung der Towers wieder auf neun Punkte gewachsen (60:51).

    „Kämpferisch war das eine überragende Leistung“

    Ärgerlich: Vor allem in der zweiten Halbzeit zeigte das Schiedsrichtergespann eine teils fragwürdige Leistung. Viele umstrittene Entscheidungen folgten aufeinander und ließen die Halle samt Towers-Coach Hamed Attarbashi zeitweise zur Weißglut bringen. Die Baunach-Fans nahmen es gelassen und riefen wenige Sekunden vor Spielende ironisch: „Ohne Schiri haben wir keine Chance“. Die Towers-Spieler ließen sich von den mehr als fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen jedoch nicht beeinflussen. Selbst als das Team durch die hohe Zahl der persönlichen Fouls ihrer großen Spieler gezwungen war mit Helge Baues als Center zu spielen, kam kein Bruch ins Spiel. Der Doppellizenz-Spieler zeigte in dieser Phase eine starke Leistung und übernahm Verantwortung.

    Und auch als die Gäste gegen Ende versuchten, die Uhr anzuhalten und mit frühen Fouls die Towers an die Linie zwangen, blieben Canty und Co cool. Der Point Guard verwandelte routiniert seine Freiwürfe, so dass auch die Dreier der Baunacher nicht mehr ausreichten, um das Spiel zu drehen: Endstand 70:67, womit die Gäste lediglich den direkten Vergleich noch retten konnten.

    Towers-Coach Hamed Attarbashi war nach dem Spiel mit der Leistung seiner Jungs mehr als zufrieden: „Kämpferisch war das eine überragende Leistung.“ Der Trainer richtet seinen Blick jedoch gleich wieder nach vorne. Denn am kommenden Samstag müssen die Towers Auswärts bei den RheinStars Köln ran. Und vor allem Auswärtsspiele bereiten den Towers besonders Bauchschmerzen. Bisher konnten die Hamburger lediglich zwei ihrer acht Auswärtsspiele gewinnen. Attarbashi: „Wir müssen endlich auch auswärts gewinnen. Das Spiel gegen Köln ist ganz wichtig. Das sind unsere direkten Konkurrenten in der Tabelle.“

    Neben Bazou Koné dürfte im nächsten  auch Jonathon Williams wieder dabei sein. Die Verantwortlichen gaben dem Spieler frei, da die Geburt seines Kindes kurz bevor stand. Mit einem Sieg gegen Köln könnten die Towers ihren fünften Tabellenplatz weiter festigen und einen Angriff auf Platz vier wagen, der in den Playoffs zuerst Heimrecht einbringen würde. In der Inselpark-Halle geht es am 30. Januar um 19:30 Uhr weiter. Dann treffen die Towers auf die finke baskets aus Paderborn, die aktuell auf dem vierzehnten Tabellenplatz stehen.

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    Über

    Nach dem Abschluss ihres Germanistik-Studiums baut sich die gebürtige Hamburgerin nun ein Standbein als freie Journalistin auf. Da ihr Herz für den Sport und insbesondere für den Fußball schlägt, schreibt sie bei Elbmelancholie vor allem über Themen rund um den Sport. @ElliHyra

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