Metrobus_M6

Olympia, Flüchtlinge und kleine Probleme, ganz groß

Bild: Andreas Grieß
Wochenrückblicke

    Liebe Leute, ihr müsst jetzt ganz stark sein: Das mit dem Spätsommer wird wohl nichts mehr. Die Temperaturern schreien konstant danach, eine Jacke dabei zu haben, es wird zur Tagesschau dunkel und in Hamburgs Supermärkten gibt es den ersten Glühwein. Damit ist es offiziell: Das Jahr schwenkt in das letzte Drittel ein. Doch bevor wir uns den Weihnachts- und Silvesterplanungen widmen, blicken wir noch zurück in die vergangene Woche.

    Seit der ist Hamburg offiziell Kandidatenstadt für Olympia 2024. Neben Hamburg stehen Paris, Los Angeles, Rom und Budapest zur Auswahl. Das IOC veröffentlichte in dieser Woche zudem die Leitlinien für den Host-City-Vertrag. Überraschungen sind darin nicht enthalten. Und auch der DOSB kam mit Neuigkeiten um die Ecke: Er hatte Forsa erneut beauftragt, die Stimmungslage in Hamburg zu untersuchen. Ergebnis: Die Zustimmungsrate ist weitestgehend unverändert, liegt bei 63 Prozent. Die meisten Hamburger wollen zudem am Referendum teilnehmen. Allerdings: Nur etwa die Hälfte sieht sich bereits ausreichend informiert.

    Dass die Metrobusse künftig kein M mehr in ihrer Routenbeschreibung tragen, dürfte sich langsam rumsprechen. Zum nächsten Fahrplahnwechsel im Dezember wird aus dem M5 zum Beispiel die 5. Grund: Viele konnten offenbar das M schlecht lesen und waren sich dann nicht sicher, ob eine M5 oder eine 115 anrollt. Ganz früher hieß es mal Metrobus 5 – doch der Platz wird gebraucht für die Ziele des Busses. Verwechslungsgefahr besteht in Zukunft dafür nun wohl mit den Schnellbussen, die ähnlich wie die Metrobusse kleine Nummern haben. Nicht ausgeschlossen also, dass im kommenden Jahr wieder Hand an die Routenbezeichnungen gelegt wird. Das wäre ja halb so tragisch, würde das Ganze nicht ungelogen tausende an Euro kosten.

    Aus der Reihe “eigentlich haben wir größere Probleme” stammt auch das Topthema im Fußball in dieser Woche. Das waren nicht Tore, sondern ein Werbeaufdruck auf dem Ärmel. Alle Mannschaften der ersten beiden Ligen sollten, so war der Plan, mit einem Aufdruck der von Bild getragenen Aktion “Wir helfen” zur Flüchtlingshilfe auflaufen. Der FC St. Pauli scherte jedoch aus und betonte die eigenen Programme. Bild-Chefredakteur Kai Diekmann gefiel dies gar nicht, was ihn zu einigen eher kruden Reaktionen auf Twitter veranlasste. Dies sorgte wiederum dafür, dass weitere Vereine auf das Werbelogo verzichteten. Und auch viele Fans, etwa zahlreiche Dortmundfans beim Europa League-Spiel am Donnerstag oder die Darmstädter beim Heimspiel gegen die Bayern, distanzierten sich mit Bannern von der Kampagne und verwiesen auf die Rolle der Bild in der Vergangenheit. Fußball wurde trotz all dem jedoch auch gespielt: Der HSV empfing Eintracht Frankfurt. Beiden Mannschaften gelang kein Tor. Der FC St. Pauli spielte in Braunschweig, auch hier blieb es beim 0:0.

    Kommen wir noch einmal zum derzeit alles beherrschenden Thema: die Flüchtlingspolitik. Weiterhin kommen viele Asylsuchende auch in Hamburg an, viele planen, Richtung Norden weiterzureisen. Freiwillige kümmern sich im Hauptbahnhof um die Ankömmlinge. Doch die stoßen immer mehr an ihre Grenzen. Am Mittwoch wurden vor dem Hauptbahnhof zwei Zelte aufgebaut, um die Hilfe besser organisieren zu können. Dies allein reicht jedoch bei weitem nicht, wie viele Helfer berichten. Die Organisation klappe weiterhin mal besser, mal schlechter, sei mitunter chaotisch, berichten einige von ihnen. Wohl auch deshalb appellierten die Helfer der „Antira Hbf“ an die Stadt, sich aktiv zu beteiligen: “Do it yourself ist an Kapazitätsgrenzen gestoßen – wir brauchen städtische Unterstützung!”, hieß es in einer Pressemitteilung. Am nötigsten seien Schlafplätze, medizinische Versorgung und Verpflegung.

    In der kommenden Woche erwartet uns ab Mittwoch das Reeperbahnferstival. Am Freitag startet zudem auch die Bundesliga-Saison der Basketballer in Hamburg. Die Hamburg Towers empfangen zum Zweitliga-Auftakt das Team aus Essen. Ihren letzten Test dafür wollten sie am Samstag absolvierten. Aufgrund der vielen Verletzten sagte das Team aus Wilhelmsburg die Begegnung gegen Gießen jedoch kurzfristig noch ab. Nun arbeitet die medizinische Abteilung mit Hochdruck daran, die Spieler für den Ligastart fit zu bekommen.

    Wir wünschen den Jungs gute Besserung und allen eine gute Woche!

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    Über

    Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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