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Knoten 13: sehen, staunen, reden, lachen und tanzen

Bild: Janina Bolley
Kunst und Kultur

    „A wall is a very big weapon.
    It’s one of the nastiest things you can hit someone with.”
    (Banksy – Banging Your Head Against a Brick Wall)

    Ich habe einen Knoten im Kopf, aber einen positiven. Kaum habe ich die Ausstellung angekündigt, ist sie auch schon wieder vorbei und nur noch in meinem und dem Kopf (und hoffentlich Herzen) vieler anderer Besucher. Am Freitag öffnete die erste Knoten im Kolbenhof ihre Türen und ich habe viel gesehen, gestaunt, geredet, gelacht und getanzt. Kunst im Museum ist ja schon cool, aber Kunst in einer alten Fabrik noch besser! Und das dachte nicht nur ich, sondern viele andere Besucher auch. Die Sorge, dass die Veranstalter gegebenenfalls alleine im großen Kolbenhof stehen und Bier trinken würden, hat sich als unbegründet herausgestellt. Die Vernissage war sehr gut besucht, das Publikum angenehm bunt gemischt. Ich würde auch mal behaupten, ich habe noch nie so viele unterschiedliche Arten von Menschen auf einem Haufen gesehen. Was allen jedoch gemeinsam war, war dass sie für die Kunst gekommen und bis in die Nacht geblieben sind.

    Ich habe Robert Neuendorf (Kurator) gefragt, wie sein Eindruck von der Ausstellung war und ob die Erwartungen der Veranstalter erfüllt wurden. Seine Antwort: „Wir hatten nur zwei mal einen Stromausfall. Ansonsten gab es keine Probleme. Die Besucherzahlen waren überragend. Wir hätten nie erwartet, dass sich so viele Leute für unser Projekt begeistern. Unsere Erwartungen wurden in jeder Hinsicht übertroffen!“ 

    Und auch meine Erwartungen wurden übertroffen, denn es gab wirklich viel zu sehen: von Bildern, über Kunstinstallationen, Klein- sowie Großformate, Materialmixe, 2D, 3D und und und….Einige empfanden die Vielfalt der Kunstwerke und Stile sicherlich als „zusammengewürfelt“, andere würden sagen, dass genau diese Tatsache Knoten erst interessant gemacht hat und vor allem die Vielfältigkeit von Urban Art ausmacht. Ich für meinen Teil fand die Ausstellung jedenfalls großartig. Meine persönlichen Highlights (Bilder zu sehen im Slider) waren die Werke von ALIAS, Zipper – Die Rakete mit ihrer kleinen Love Story, John Reaktor (SAM CREW) mit H k d N s (ich liebe diese kleinen putzigen bunten Viecher), Duckfames Duck Life Transportertür und last but not least Uli Pforrs Affenfaust.

    Aber da nicht nur meine Meinung zählt, habe ich auch andere Besucher nach ihrem Eindruck gefragt. Eine Antwort emfand ich besonders spannend, da ich vermute, dass dieser Aspekt nicht so vielen aufgefallen ist: „Die Ausstellung war sehr interessant im Hinblick auf das Nebeneinander von unbedingter Unabhängigkeit (Location) und völlig konventioneller Ausstellungsstruktur.“ Die Anordnung der Bilder und die formale Auszeichnung entsprachen sehr der klassischen Museumskultur. In meinen Augen hat aber genau das hat den Spagat  zwischen unabhängiger Street Art und klassischer Ausstellung besonders gut verdeutlicht. Auch die industrielle Location an sich stellte vor dem Hintergrund die perfekte Wahl dar.

    Seit Knoten gehe ich übrigens sehr viel aufmerksamer durch die Straßen Hamburgs und ich habe seitdem auch schon das ein oder andere Kunstwerk alleine entdeckt. Ein Besucher sagte nach der Ausstellung schon ganz richtig zu mir: „Jeder, der sich urbaner Kunst erstmals nähert, wird überrascht sein, wie vielfältig diese Kunstform ist. Anschließend wird man die Straßen, durch die man täglich so läuft – ganz anders wahrnehmen, sozusagen als eine kostenfreie Galerie für jedermann, prall gefüllt mit Kreativität und Inspiration.

    Mein Fazit: Auf der ersten Knoten wurde Kunst nicht nur gezeigt, sondern auch gefeiert – und das nicht zu knapp! Danke an die Veranstalter für die tolle Vernissage mit anschließender Party. Ihr habt euch an euer „Motto“ gehalten. Doch mit der Ausstellung soll das Projekt noch nicht beendet sein. Nochmal Robert Neuendorf : „Ob es ein Knoten.14 Festival geben wird steht noch nicht fest, aber der weiteren Zusammenarbeit zwischen mir und der Galerie affenfaust steht nichts im Wege!“ Man darf also gespannt sein, welche Projekte hier noch folgen werden. Wenn es eine Knoten.14 geben wird: ich werde dabei sein und wieder viel sehen, staunen, reden, lachen und tanzen.

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    Über

    Hat sich 2007 in Hamburg verliebt, als sie für das Filmfest Hamburg während ihres Medienökonomie-Studiums gearbeitet hat. Seit 2011 lebt Janka nun in Hamburg und arbeitet als IT Project Managerin Twitter: @JankaBeee - sterndesnordens.de Stellvertretende Redaktionsleiterin von Elbmelancholie

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    1. Pingback: Auf auf zum Knotenpunkt Urban Art Festival | Stern des Nordens

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