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Bundestagswahl: Weniger als 14% der Hamburger Wahllokale uneingeschränkt barrierefrei

Bild: Andreas Grieß
Debatte

    Na, sind bei euch auch schon die Wahlbenachrichtigungen angekommen? Diese landen derzeit in den Hamburger Briefkästen. Auch wenn man es nicht so richtig mitbekommt, bald sind Bundestagswahlen. Gleichzeitig wird in Hamburg über das Bürgerbegehren zum Netzrückkauf abgestimmt. Für alle, die nicht per Briefwahl abstimmen, heißt es am 22. September, sich zum Wahllokal aufmachen.

    Insgesamt 1.276 davon wird es in Hamburg geben. Die Stadt ist unterteilt in sechs Wahlkreise, die sich weitestgehend an den Bezirken orrientieren – jedoch mit leichten Abweichungen.

    Die Stadt Hamburg hat eine maschinenlesbare Liste der Wahllokale zur Verfügung gestellt. Auf eine Karte übertragen sieht diese folgendermaßen aus. Achtung: Die Adressen wurden von Google automatisch auf die Karte übertragen. Bei 1.276 Punkten konnte ich nicht jeden kontrollieren. Fehler sind also nicht ausgeschlossen, dürfen uns aber gerne gemeldet werden. Farblich unterschieden sind die Wahllokale nach dem Grad der Berrierefreiheit, der in der Liste ebenfalls angegeben ist. Dazu gleich noch mehr:

    Grün steht für uneingeschränkt barrierefrei, gelb für eingeschränkt barrierefrei, rot für nicht barrierefrei. Es fällt auf: Es gibt sehr viel Gelb. Fast 63 Prozent der Wahllokale gelten als eingeschränkt barrierefrei, 23 Prozent als nicht barrierefrei und gerade einmal knapp unter 14 Prozent sind ohne Einschränkung für jede Wählerin und Wähler zugänglich.

    Unterteilt nach Wahlkreisen sticht besonders der Wahlkreis Mitte negativ hervor. 97 der insgesamt 298 und somit etwa ein Drittel der nicht barrierefreien Wahllokale befinden sich hier. 36 Prozent der Wahllokale sind hier nicht barrierefrei (11,5 Prozent barrierefrei, 52,5 Prozent eingeschränkt barrierefrei).

    Was bedeutet eigentlich „eingeschränkt barrierefrei“? Das heißt, dass das Wahllokal nicht alle Kriterien der Barrierefreiheit erfüllt, jedoch dennoch Erleichterungen aufweist. In einer Mitteilungen des Bezirksamts Bergedorf heißt es:

    „Dem überwiegenden Teil dieser eingeschränkt barrierefreien Wahllokale fehlen lediglich automatische Türöffner, um die Vorgaben zur Barrierefreiheit zu erfüllen, dennoch sind sie für Rollstuhlfahrer häufig ohne große Schwierigkeiten zu erreichen, wenn die Türen wie an Wahltagen häufig üblich, beispielsweise durch Keile geöffnet fixiert werden.“

    Wer auf Barrierefreiheit angewiesen ist, sollte sich demnach vorher informieren, wie das zugeteilte Wahllokal ausgestattet ist. Im Zweifel kann auch Briefwahl beantragt werden. Diese Option steht bedingungslos ohnehin jedem zur Verfügung.

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    Über

    Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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