Mein neues Spielzeug: Die DT5 der Hochbahn

Bild: Andreas Grieß
Stadtgefühl

Ich steh ja mehr so auf moderne Gadgets. Und so müsst ihr euch nicht wundern, dass ich, als ich gestern mit Janka bei der Ausstellung der teils historischen Hochbahn-Fahrzeuge am Jungfernstieg war, zwar die alten Schlitten bewundert habe und mich an vielen Kleinigkeiten erfreuen konnte, die meiste Zeit jedoch in der DT5 verbrachte. Das ist die neue Bahn, die derzeit noch gar nicht im Einsatz ist. Aber das soll sich bald ändern. Und zwar vor allem für mich.

Aber der Reihe nach. Die seitliche Außenwand des neuen Models ist im Silber der alten Züge (DT3) gehalten, die derzeit auf der Linie U3 unterwegs sind. Die DT5 erinnert ansonsten in vielen Teilen an die derzeit aktuellsten Züge DT4, die auf den Strecken der U2 und U1 unterwegs sind. Sie hat Türen mit Knopfdruck und Bildschirme. Allerdings wirkt alles im rot gehaltenen Innenraum etwas moderner und es sind auch deutlich mehr Bildschirme vorhanden. Die Decke mit 2,20 Meter im Wagon ist tiefer, als in den alten Zügen, dafür ist im Stehbereich mehr Platz, was sicher barrierefreier ist. Janka meinte, das gesamte Innere erinnert durchaus mehr an modere Fernzüge, als an eine U-Bahn und ich bin geneigt zuzustimmen. Ein anderer Besucher sagte, das Design sei ähnlich dem der Londoner Züge, was ich nicht überprüfen kann, denn in London war ich noch nie (shame on me).

Ein Mitarbeiter der Hochbahn verriet mir und anderen Gästen freundlicherweise weitere Details: Wenn ich es richtig verstanden habe, wird auf den Bildschirmen nicht nur die nächste Station, sondern es werden die nächsten drei Stationen angezeigt. Das wird sicher für Touristen sehr hilfreich sein. Ein weiterer Vorteil der neuen Züge: Sie haben andere Wagenkästen, so dass man zumindest innerhalb eines Zuges komplett durchlaufen kann.

Derzeit finden noch Tests statt, sagte der Herr von der Hochbahn, aber ab November oder Dezember sollen die ersten drei Züge im regulären Verkehr eingesetzt werden – immerhin über zwei Jahre später als geplant. Aber darüber lachen die Konstrukteure der Elbphilharmonie sicher nur.

Auf die Frage eines Besuchers hin, ob man die alten Wagen nicht mit den neuen kombinieren könne, lachte der Mitarbeiter der Hochbahn nur und meinte, dass 25 Jahre alte Rechner nicht mit der neuen U4 kommunizieren können. Janka kam sofort das Bild in den Kopf, dass es sich mit den aktuell benutzten Wagen und der neuen U4 dann sicherlich so verhalten würde wie bei Hund und Katz. Der eine wedelt freundlich mit dem Schwanz und der andere geht in eine kratzbürstige Abwehrhaltung. Gut, dass wir diese Kombination also nicht haben werden.

Und nun die spannende Frage: Welche Strecke werden die DT5er fahren? Ich hatte ja befürchtet, sie seien exklusiv für die neue U4. Aber nein, wie uns gesagt wurde: Auf dem Ring, sprich in der U3 werden sie eingebunden (vor allem wegen der Länge der Bahnsteige) und sollen Schritt für Schritt die alten Züge komplett ersetzen. Bis das soweit ist wird es aber noch dauern. Derzeit sind, wie gesagt, nur drei der Züge hier in Hamburg – in anderen Städten können die speziellen Hochbahn-Anfertigungen übrigens eh nicht fahren.

Warum der Ring kein wirklicher Ring ist und man in Barmbek andauernd umsteigen muss, wurde mir übrigens auch verraten. Aber dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

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Über

Andreas kam 2010 zwei Monate für ein Praktikum nach Hamburg. Im Sommer 2012 kehrte er nach abgeschlossenem Studium zurück, um hier als Journalist zu arbeiten. Twitter: @youdazandreasgriess.de Redaktionsleiter von Elbmelancholie

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